Kongress, 13.06.2012

Die Pflege drängt auf Eigenständigkeit

Seit Herbst 2009 ist Andreas Westerfellhaus Präsident des Deutschen Pflegerates. Er übt das Ehrenamt mit großer Sachkenntnis und viel Biss aus - auch wenn manches von dem, was er sich für seine Profession vorgenommen hat, noch in weiter Ferne liegt.

Von Tobias Meyer

"Die Berufsgruppe Pflege wird keine Ruhe geben, sie drängt auf Eigenständigkeit"

Unermüdlich im Einsatz für Pflegeberufe: Andreas Westerfellhaus.

© Stephanie Pilick

BERLIN. Hans-Dietrich Genscher verfügte als Außenminister über ein legendäres Reisepensum.

Es gab sogar eine Anekdote darüber: Treffen sich zwei Flugzeuge über dem Atlantik, in beiden sitzt: Genscher. Andreas Westerfellhaus fliegt zwar nicht wie einst "Genschman" von einem Kontinent zum anderen.

Auf innerdeutscher Achse ist der gelernte Fachkrankenpfleger, der seit gut zwei Jahren dem Deutschen Pflegerat als Präsident vorsteht, aber dennoch ständig.

Ein Ehrenamt ohne Aufwandsentschädigung

So auch an diesem Freitag. Pünktlich um halb sieben in der Früh startet der ICE von Gütersloh aus nach Berlin. Mit an Bord: Andreas Westerfellhaus.

Mehrere Termine stehen in der Hauptstadt auf dem Programm: Erst ein Interview, danach Besprechungen mit den Mitarbeitern, anschließend Sitzungen und abends noch ein Treffen mit Vertretern anderer Gesundheitsberufe.

Andreas Westerfellhaus

Aktuelle Position: Geschäftsführer der Zentralen Akademie für Berufe im Gesundheitswesen GmbH in Gütersloh; seit Oktober 2009 Präsident des Deutschen Pflegerates (DPR) als Bundesarbeitsgemeinschaft der Pflegeorganisationen und des Hebammenwesens, zuvor (2003 bis 2009) Vize-Präsident des DPR; Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für Fachkrankenpflege und Funktionsdienste.

Werdegang /Ausbildung: 1973 Ausbildung zum Krankenpfleger;

1979 Ausbildung zum Fachkrankenpfleger für Intensivpflege und Anästhesie; Weiterbildung zum Lehrer für Pflegeberufe und zum Betriebswirt (Fachrichtung Sozialwesen)

Privates: Familie: 55 Jahre, verheiratet, drei Kinder (Zwillinge von 13 Jahren und eine erwachsene Tochter), lebt in Rheda-Wiedenbrück in der Nähe von Gütersloh (Westfalen)

Hobbys: Bergwandern und Campen mit der Familie

Das alles im Ehrenamt, ohne jede Aufwandsentschädigung. Er tue es aus Überzeugung, sagt Westerfellhaus.

Und das nimmt man ihm, der als 18-jähriger - nach einem Einsatz beim Malteser Hilfsdienst - eine dreijährige Ausbildung zum Krankenpfleger startete, auch ab. "Es lohnt sich, für diesen Beruf zu kämpfen."

Denn die Profession Pflege könne weitaus mehr für Patienten und Pflegebedürftige tun, als ihr Politiker und Ärzteschaft zutrauten. Dabei gehe es ihm nicht darum, aus Pflegekräften "Mini-Ärzte" zu machen.

"Wer uns das unterstellt, blockiert nur. Wir wollen lediglich das Potenzial dieser hochkompetenten Berufsgruppe stärker in die Versorgung einbringen."

Ein Hebel dafür könnte die neue Heilkunde-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses sein. Danach können die Krankenkassen ab sofort Modellprojekte auflegen, in denen Pflegekräfte bestimmte ärztliche Aufgaben eigenständig erledigen.

Bei Diabetes-Patienten etwa dürfen sie den Wundzustand beobachten, bei Demenzkranken alters- und krankheitsbedingte Symptome erfassen, die Medikation dokumentieren und Hilfsmittel sowie häusliche Krankenpflege verordnen.

Westerfellhaus nennt das einen "Meilenstein". Wohl wissend, dass es noch lange dauern dürfte, bis aus der Heilkunde-Kompetenz in Pflegehand ein fester Bestandteil der Regelversorgung wird.

Denn zunächst müssen die Kassen die Projekte auflegen. Dann geht das Ganze in die Erprobung und Evaluation. So was braucht Zeit. Westerfellhaus lässt sich davon nicht entmutigen.

"Die Berufsgruppe Pflege wird keine Ruhe geben. Sie drängt weiter auf mehr Eigenständigkeit", sagt er mit kräftiger, schneller werdender Stimme - so als wolle er allen, die Zweifel hegen, sagen: Unterschätzt uns Pflegende, unterschätzt mich mal nicht. Wir meinen es ernst.

Der Pflege-Evergreen: die Berufskammer

Mit solcher Vehemenz hängt sich Westerfellhaus auch beim Evergreen seiner Zunft rein: der Pflegekammer.

Seit Jahren schon löchern die Mitglieder des Pflegerats die Politik mit ihrer "Kardinalforderung", den rund 1,2 Millionen professionell Pflegenden endlich die Möglichkeit zur Selbstverwaltung einzuräumen - so wie Ärzten oder Psychotherapeuten. Passiert ist - bis auf vereinzelte Initiativen auf Landesebene - bislang wenig.

Westerfellhaus zeigt sich unbeeindruckt. "Die größte Berufsgruppe im Gesundheitswesen braucht die Selbstverwaltung, und sie wird sie auch bekommen."

Fachentscheidungen und Entscheidungen über mögliche Fehlleistungen der Pflege dürften nicht länger "Berufsfremden" überlassen bleiben, schickt er zur Begründung hinterher.

Ein Beispiel dafür, sagt Westerfellhaus, dass andere meinten am besten zu wissen, was richtig und was falsch für die Pflegeprofession ist, sei die aktuelle Debatte um die Modernisierung der Berufsanerkennungsrichtlinie der Europäischen Union (EU).

Geplant ist, die Zugangsvoraussetzung für die Ausbildung zu einem Pflegeberuf auf den Abschluss der 12. Klasse anzuheben.

Deutschland würde das betreffen, denn bislang reicht hierzulande die zehnjährige Schulausbildung aus, um Pfleger zu werden.

Der Pflegerat vermag im Ansinnen der EU nichts Schlechtes zu erkennen, im Gegenteil: Die zwölfjährige Schulqualifikation als Voraussetzung würde den Pflegeberuf kräftig aufwerten und nachhaltig unterstreichen, wie professionell es in diesem Berufsfeld inzwischen zugehe, heißt es.

Zwei Hände und das Herz am rechten Fleck

Tatsächlich hat die Pflege noch immer mit dem Stigma zu kämpfen, dass irgendwie jeder dafür qualifiziert sei, so er nur zwei Hände und das Herz am rechten Fleck habe.

Unglücklich mit den EU-Plänen sind dagegen Deutsche Krankenhausgesellschaft, die Gewerkschaft verdi, Bundesärztekammer und der Verband der privaten Pflegeanbieter bpa.

In einem Schreiben an die zuständigen Mitglieder des Europa-Parlaments machen sie gemeinsam Front gegen die geplante neue Zugangsvoraussetzung. Ihr Argument: Der bestehende Fachkräftemangel würde dadurch "massiv verschärft".

Abgestimmt über diese Position hätten sich die Unterzeichner des Briefes mit dem Pflegerat nicht, sagt Westerfellhaus.

"Und das bringt mich richtig auf die Palme. Es ist einfach empörend und unverständlich, dass Arbeitgeber, Bundesärztekammer und Gewerkschaft anscheinend noch immer nicht mit uns Pflegekräften nach Lösungswegen suchen wollen, sondern dass sie lieber über unsere Köpfe hinweg handeln."

Rückenwind aus den Ländern

Politischen Rückenwind bei seinem Bemühen um die Etablierung einer Pflegekammer spürt Westerfellhaus derzeit aus mehreren Himmelsrichtungen.

In Bayern etwa diskutiere Gesundheitsminister Marcel Huber von der CSU das Thema Pflegekammer "sehr ernsthaft mit allen Beteiligten", auch wenn es im Freistaat in dieser Legislaturperiode wegen des Widerstands des Koalitionspartners FDP "mit der Kammer wohl nichts mehr wird".

Schneller könne sich die Tür zur bundesweit ersten Pflegekammer in Rheinland-Pfalz öffnen. Die dortige Gesundheitsministerin Malu Dreyer (SPD) sei von der Notwendigkeit einer sich selbst verwaltenden Pflege "schon ziemlich überzeugt".

Auch die frisch ins Amt gewählte Dänen-Ampel in Schleswig-Holstein werde wohl bei der Frage nach einer Pflegekammer früher oder später auf Grün springen.

Immerhin hätten zwei die Landesregierung tragenden Parteien - SPD und Grüne - "sehr klare Aussagen im Wahlkampf" dazu gemacht, sagt Westerfellhaus.

Und eines sei sicher: "Wenn das erste Bundesland eine Pflegekammer etabliert, folgen die anderen stande pede".

Viele ballen die Faust in der Tasche

Bis es so weit ist, dürften die Pflegenden ihre Hände aber nicht einfach in den Schoß legen. "Wir müssen uns für unsere Anliegen einsetzen. Sonst erreichen wir nichts", appelliert Westerfellhaus an die Kollegen in Kliniken, Heimen und ambulanten Pflegediensten.

Dort aber hapert es bisweilen mit dem berufspolitischen Engagement. Magere zehn Prozent aller Pflegekräfte in Deutschland sind derzeit in Verbänden aktiv. Der Rest schweigt und ballt die Faust lieber in der Tasche.

Für Westerfellhaus ein unbefriedigender Zustand. "Wir müssen uns zahlreicher zu Wort melden."

Spreche er auf Kongressen über das Thema Berufspolitik, dann kämen hinterher viele der Kollegen zu ihm und erklärten, dass es tatsächlich höchste Eisenbahn sei, den Mund weiter aufzumachen. "Was aber hindert viele dann daran, sich berufspolitisch zu engagieren?"

Andreas Westerfellhaus will auf jeden Fall weiter kräftig mitmischen in der Gesundheits- und Pflegepolitik und der ersten Amtszeit als Ratschef, die nächstes Jahr endet, eine weitere folgen lassen.

"Ich würde es wieder machen", sagt er. Eine Voraussetzung freilich müsse erfüllt sein: "Als Präsident des Pflegerats brauche ich die volle Rückendeckung der ihn tragenden Mitgliedsverbände. Das ist der einzige Honig, mit dem man einem diese Aufgabe versüßt." Sagt er und eilt zum nächsten Termin.

[18.06.2012, 08:44:15]
Lutz Barth 
Verschleierung der Sachlage?
Es sei gestattet, auf die kritische Anmerkung v. T. Müller-Wolff kurz zu replizieren:

Es geht beileibe nicht um ein Verschleierung der Sachlage, sondern schlicht um den Hinweis, dass selbst von den Befürwortern der Pflegekammern völlig zu Recht darauf hingewiesen wird, das nahezu alle (!) Aufgaben einer Kammer auch von privaten Verbänden wahrgenommen werden können und das einzig die „Zwangsmitgliedschaft“ eine „Abstimmung mit Füßen verhindere“. Wenn dem so ist, fragt sich freilich, warum mit aller Macht die Verbände auf eine öffentlich-rechtliche Organisationsform drängen, die letztlich zur „Unfreiheit“ führt, mal ganz davon abgesehen, dass hier die altruistischen Motive, u.a. einen Beitrag zur Patientensicherheit und zur Pflegequalität leisten zu wollen, durchaus lobenswert erscheinen, indes aber nicht zwingend eines neuen Bürokratiemonsters bedürfen, mit dem in erster Linie sich Funktionäre selbst ein Beschäftigungsprogramm geben würden.

Zugleich wird nachzufragen sein, warum der Organisationsgrad der beruflich Pflegenden eher von bescheidener Natur ist? Positiv gewendet kann hieraus der Schluss gezogen werden, dass die ganz breite Basis der beruflich Pflegenden eher kritisch einer Verkammerung gegenüber steht und vielleicht auch das Gefühl hat, sich besonders engagierten Pflegefunktionären nicht „berufsrechtlich“ ausliefern zu wollen, zumal die wesentlichen Impulse für die Patientensicherheit eher von einer aufmerksamen Rechtsprechung und ggf. Gesetzgebung ausgehen. Allein der Gedanke der Selbstverwaltung ist kein verlässlicher Garant für die Patientensicherheit resp. Pflegequalität, wobei natürlich ausdrücklich die beruflich Pflegenden aufgefordert sind, überall dort ihren Sachverstand einzubringen, wo er gefordert ist!

Ob es allerdings geboten ist, dass die Gesellschaft seitens der gewünschten Kammern einen verbindlichen Rahmen – etwa über die Berufsordnungen – skizziert bekommt, halte ich persönlich eher für fragwürdig, zumal die wesentlichen Grundentscheidungen ohnehin dem parlamentarischen Gesetzgeber vorbehalten sind, wie sich unschwer aus manchen Diskussionen zum ärztlichen Berufsrecht ablesen lassen. Ein Konsens der Pflegeeliten und damit wohl auch der aufstrebenden Funktionäre ändert hieran rein gar nichts, mal ganz davon abgesehen, dass es derzeit aus basisdemokratischer Perspektive höchst zweifelhaft ist, ob sich die Mehrheit der beruflich Pflegenden der dann zu diskutierenden Kompetenz der Pflegefunktionäre zur „Normsetzung“ zu unterwerfen bereit sind. Das Engagement der beruflich Pflegenden für die Verkammerungsphilosophie – gemeint ist hier ausdrücklich die große Basis der Pflegenden – dürfte eher überschaubar sein, wie sich anhand der freiwilligen Registrierung der beruflich Pflegenden ablesen lässt.

Insofern bleibt ein fader Beigeschmack und es verfestigt sich der Eindruck, dass über die Verkammerung ein probates Mittel der „(Zwangs-)Mitgliederrekrutierung“ gesehen wird, um so die Basis mit einem Schlage „vereinnahmen“ – eher instrumentalisieren – zu können.
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[14.06.2012, 08:44:20]
Tilmann Müller-Wolff 
Patientensicherheit bei Verkammerung im Mittelpunkt
Der vorstehende Beitrag von Lutz Barth, in welchem er versucht die Argumente von Befürwortern einer pflegerischen Selbstverwaltung zu wiederlegen, trägt eher zur Verschleierung der Sachlage als zur Aufklärung bei. Daher sei eine kurze Klarstellung erlaubt:

Bei der Schaffung und Implementierung von Pflegekammern (respektive pflegerische Selbstverwaltung) in den Ländern, geht es um eine nachhaltige, wirksame und durchsetzbare Verankerung von Pflegequalität beruflicher Pflegetätigkeit in Deutschland. Die Gesellschaft, Patienten und deren Angehörige haben das Bedürfnis und das Recht auf angemessene, sichere und auf neuesten Erkenntnissen beruhende Pflegeinterventionen, die durch entsprechend qualifizierte beruflich Pflegende erbracht werden. Somit stehen Erhalt und Steigerung der Patientensicherheit im zentralen Fokus der Aufgabengebiete pflegerischer Selbstverwaltungsorgane. Beispielhaft sei hier die Überwachung der Einhaltung pflegerischer Berufsordnungen als zentraler und hoheitlicher Aufgabenbereich genannt, der mit hohem gesellschaftlichem Interesse einhergeht. Alle anderen Chancen und Aufgabengebiete (und auch Begründungen für -) von Pflegekammern ergeben sich aus diesem relevanten Anliegen, der Gesellschaft in Punkto Pflegequalität und Patientensicherheit einen verbindlichen Rahmen zu geben.

Tilmann Müller-Wolff  zum Beitrag »
[13.06.2012, 08:21:55]
Lutz Barth 
„Wir basteln uns eine Pflegekammer“
Mit Verlaub: Dass die Profession „Pflege“ für ihre berufspolitischen Ziele eintritt, ist selbstverständlich zu begrüßen, wenngleich doch darauf hingewiesen werden muss, dass in der Tat nur „magere zehn Prozent aller Pflegekräfte“ in den unterschiedlichen Verbänden engagiert sind.
So gesehen haftet der „Verkammerungsphilosophie“ gerade des DPR ein fader Beigeschmack an und es entsteht der Eindruck, als erblicke man/frau in der Zwangsmitgliedschaft in einer öffentlich-rechtlichen Körperschaft ein probates Mittel, um entsprechende „Mitglieder“ rekrutieren zu können.

Es gibt letztlich keine Aufgabe, die die Pflegeverbände nicht auch in privater Regie erledigen können. Ein Befürworter des „Pflegekammergedankens“ hat es treffend auf den Punkt gebracht: „Der Vorteil einer öffentlich-rechtlich fundierten Selbstverwaltung liegt darin, die Mitglieder der Selbstverwaltungskörperschaft rechtlich bindend zu bestimmten Tun oder Unterlassen zu verpflichten. Solches ist zwar auch in der Rechtsform des Vereins durch entsprechende Bindungen in der Satzung möglich. Bei einer Selbstverwaltungskörperschaft, die auf Zwangsmitgliedschaft beruht, ist aber die Abstimmung „mit Füßen“, d.h. der Austritt aus der Körperschaft, nicht möglich.“ (S. Igl, Gutachten, “Weitere öffentlich-rechtliche Regulierung der Pflegeberufe und ihrer Tätigkeit - Voraussetzungen und Anforderungen” (2008) S.106).

Allein die groß angelegte Offensive der freiwilligen Registrierung zeigt jedenfalls vom Ergebnis her, dass offensichtlich die beruflich Pflegenden keinen gesteigerten Drang verspüren, sich verkammern zu lassen. Die Anzahl der bisher Registrierten ist mehr als dürftig und da nimmt es denn auch nicht wunder, wenn der Vorsitzende der Gesellschafterversammlung der eigens zum Zwecke der Registrierung gegründeten RbP GmbH, namentlich Franz Wagner, verkündet: „Ziel der Registrierungsinitiative ist es, den Gesetzgeber zu einer verpflichtenden Registrierung zu bewegen“.

Nun – wie es scheint, kommen die Berufsverbände ohne „Zwang“ nicht aus und so gesehen mag denn auch in der „Verkammerung“ ein probates Mittel gesehen werden, endlich die berufspolitischen Visionen und Träume wahr werden zu lassen: ein Traum, der von manchen Funktionären geträumt wird, der hoffentlich nicht zum „Alptraum der beruflich Pflegenden“ wird.

Mit einer „Verkammerung“ begeben sich die künftigen Pflichtmitglieder ein stückweit ihrer Mobilität und dies ist eigentlich umso unverständlicher, als dass Art. 9 Grundgesetz mit all seinen Möglichkeiten eine vitale Basis für ein gemeinsames berufliches, aber eben auch „druckvolles“ Engagement bietet.

Sei es drum: ein Jeder ist seines „Glückes Schmied“ und da darf nur gehofft werden, dass die Politik jedenfalls aus basisdemokratischer Sicht ein stückweit die ganz große Mehrheit der beruflich Pflegenden vor einer „Zwangsverkammerung“ schützt, in dem die politisch Verantwortlichen dem ständigen „Werben“ der Berufsfunktionäre nicht nachgegeben, mal ganz davon abgesehen davon, dass wir keine weiteren „Bürokratiemonster“ benötigen, zumal in einer Zeit, in dem sich die beruflich Pflegenden auf Augenhöhe mit den Ärzten begegnen wollen und es von daher nahe liegen könnte, an eine sinnvolle Kooperation (etwa mit ständigen Sitzen) in den entsprechenden Landesärztekammern zu denken.

Wertschätzung gegenüber dem Pflegeberuf äußert sich nicht in einer „Kammer“; vielmehr darf kritisch angemerkt werden, dass es offensichtlich den Berufsverbänden nicht gelingt, die große Breite ihrer Berufsangehörigen zu erreichen resp. zu überzeugen und dann finde ich es persönlich eher problematisch, die vorhandenen Schwierigkeiten über den Weg einer „Zwangsmitgliedschaft“ umschiffen zu wollen.
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