Ärzte Zeitung, 22.11.2013

Diskussion auf Medica

Wie können PKV und GKV kooperieren?

Wie können PKV und GKV kooperieren?

Gesundheitsexperten haben potenzielle Kooperationsmodelle für PKV und GKV diskutiert.

DÜSSELDORF. Die Politiker sollten den privaten Krankenversicherern mehr Handlungsspielräume bei der Versorgung ihrer Versicherten geben, findet der Gesundheitsökonom Professor Eberhard Wille.

"Ich würde es nicht für schlecht halten, wenn in der integrierten Versorgung GKV und PKV gemeinsam arbeiten könnten", sagte Wille auf dem Medica Econ Forum der Techniker Krankenkasse (TK).

Die PKV-Unternehmen seien zu klein, um eigene regionale Modelle auf die Beine zu stellen. Außerdem könnten sie keine selektiven Verträge mit Ärzten schließen.

Wille plädierte erneut dafür, die Krankenkassen künftig privatrechtlich zu organisieren. Ein solches Zukunftsmodell hat er im vergangenen Jahr gemeinsam mit drei anderen Wissenschaftlern in einem Gutachten für die TK entwickelt.

"Das wäre ein Schritt in Richtung einheitlicher Krankenversicherungsmarkt", sagte Wille.

GKV: Unternehmerische Aspekte der PKV aufnehmen

Dr. Timm Genett, Geschäftsführer des PKV-Verbands, konnte dem Vorschlag wenig abgewinnen. "Die privatrechtliche Organisation der GKV würde implizieren, dass man aus dem System ausbricht."

Das duale System habe sich aber bewährt, betonte er. "Was sollte ein einheitlicher Krankenversicherungsmarkt anderes sein als eine GKV für alle?"

Da GKV und PKV vor ähnlichen Problemen stehen, mache ein einheitlicher Markt durchaus Sinn, sagte dagegen der TK-Vorstandsvorsitzende Dr. Jens Baas. "In einem einheitlichen System wäre es leichter, die Probleme anzugehen."

Die GKV sollte nicht gewinnbringend arbeiten. "An der ein oder anderen Ecke könnten wir aber unternehmerische Aspekte der PKV aufnehmen", sagte Baas.

Jürgen Graalmann, der Vorsitzende des AOK-Bundesverbands, wünscht sich eine Erweiterung der Kooperationen zwischen GKV und PKV bei den Zusatzversicherungen. "Wir müssten die Kostenabwicklung aus einer Hand anbieten können", sagte er.

Gleichzeitig verteidigte er, dass die AOKen selbst Zusatzversicherungen anbieten. Damit hätten die Kassen Druck auf die PKV ausgeübt, ihre Angebote zu verbessern. (iss)

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