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Urinbefund? Sediment-Check ist nächster Schritt

WIESBADEN (bib). Bei auffälligem Befund im Urin-Stix sollte zunächst das Sediment betrachtet werden - mit bloßem Auge, unter dem Licht- oder Phasenkontrastmikroskop. Das stellt mitunter die Weichen für die Therapie. Zum Beispiel kann unterschieden werden, ob eine Blutung aus den ableitenden Harnwegen stammt oder glomerulären Ursprungs ist. Letzteres ist eindeutig ein Fall für einen Nephrologen.

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"Man kann Patienten eine unangenehme Diagnostik und Kosten ersparen, wenn man den Urin vorher genau untersucht", so die Nephrologin Dr. Eveline Wandel von der Universitätsklinik in Mainz bei einer Veranstaltung in Wiesbaden. Eine nicht-glomeruläre Hämaturie bietet meist ein gleichförmiges Bild mit glatten Erythrozyten.

Anders die glomeruläre Hämaturie: Ihr Erkennungsmerkmal ist nicht etwa der vielzitierte Erythrozytenzylinder, sondern ein ringförmiger Erythrozyt mit vielen Protrusionen, der Akanthozyt. "Wenn man ihn einmal gesehen hat, kennt man ihn", so Wandel.

Findet man davon in 400facher Vergrößerung pro Gesichtsfeld zwei oder mehr, sei eine glomeruläre Erkrankung wahrscheinlich, ab fünf relativ sicher. Erythrozytenzylinder aber hätten als Erkennungszeichen für glomeruläre Erkrankungen "eine ganz schlechte Trefferquote". Sie kommen auch bei interstitiellen Nierenkrankheiten vor.

Übrigens: Sieht man viele Erythrozyten-Formen und viele Akanthozyten, dann muß man an eine Vaskulitis denken. Wandel: "Ein typischer Befund bei Morbus Wegener."

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