Ärzte Zeitung, 31.08.2004

Schlüsselmolekül bei Entzündungen entdeckt

Eiweiß kontrolliert mehrere Signalwege / Neuer therapeutischer Angriffspunkt?

SAN FRANCISCO (ddp). US-Forscher haben einen körpereigenen Schutzschalter identifiziert, der eine Überreaktion des Immunsystems unterbindet.

Das Protein A20 blockiert bei Bedarf die erste Verteidigungslinie der Körperabwehr, indem es einen wichtigen Botenstoff unschädlich macht. Dadurch werden lebensbedrohliche Immunreaktionen auf Entzündungen verhindert, die außer Kontrolle geraten sind. Das berichten jetzt Dr. David Boone von der Universität von Kalifornien in San Francisco und seine Kollegen (Nature Immunology-Online).

Ein weiterer Effekt von A20: Es bewahrt körpereigenes Gewebe davor, durch Angriffe des eigenen Immunsystems und die daraus resultierenden Entzündungsreaktionen zerstört zu werden, indem es den programmierten Zelltod verhindert. Dieser Mechanismus ist bei vielen Autoimmunerkrankungen wie Diabetes mellitus Typ 1 oder Arthritis gestört.

"Daß A20 so viele wichtige Entzündungsprozesse kontrollieren kann, ist ein sehr attraktives Modell, das zeigt, wie man mit Hilfe eines einzelnen Proteins vielfältige therapeutische Effekte erzielen kann", kommentiert Studienleiter Dr. Averil Ma.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Medikamente auch einmal beherzt absetzen!

Viele Ärzte scheuen sich, Medikamente abzusetzen - obwohl sie wissen, dass dies Patienten oft hilft. Neuseeländische Wissenschaftler haben zwei paradoxe Gründe dafür gefunden. mehr »

Geht's auch etwas modischer in der Klinik?

Unsere Bloggerin Dr. Jessica Eismann-Schweimler hat Verständnis für die Klinik-Kleidungsvorschriften. Doch mit ein klein wenig Fantasie könnte man auch den unvermeidlichen Kasack hübscher gestalten, meint sie. mehr »

Sport im Alter schützt vielleicht vor Demenz

Dass Sport nicht Mord bedeutet, wissen Forscher schon lange. Jetzt haben Alters- und Sportwissenschaftler messen können, wie Sport das Gehirn im Alter verändert. Dient Fitness als Demenzprävention? mehr »