Ärzte Zeitung, 30.01.2007

Neue Therapie-Option für Patienten mit feuchter Makuladegeneration

Mit Ranibizumab kann die Sehkraft stabilisiert werden / Präparat ab Februar erhältlich

KÖLN (nsi). Für die Behandlung von Patienten mit der feuchten Form der altersabhängigen Makuladegeneration (AMD) hat die Europäische Zulassungsbehörde EMEA das Medikament Lucentis® zugelassen. Zulassungsstudien belegen, dass es durch eine zweijährige Therapie bei 90 Prozent der Patienten zu einer Stabilisierung der Sehkraft kommt, bei etwa 40 Prozent sogar zu einer Besserung.

Ab Mitte Februar wird es das Präparat in Deutschland geben. Bis dahin kann es von Apotheken aus der Schweiz importiert werden, teilte das Unternehmen Novartis bei einer Veranstaltung in Köln mit.

Das Medikament enthält den Wirkstoff Ranibizumab, ein Antikörperfragment. Es bindet an alle Formen des endothelialen Wachstumsfaktors VEGF-A und hemmt dadurch dessen Aktivität.

Ursache für die feuchte Form der AMD sind Neubildungen von Gefäßen der Aderhaut, aus denen Blut und Flüssigkeit in die Umgebung austreten. Ranibizumab wird intravitreal steril appliziert: zunächst dreimal alle vier Wochen. Anschließend wird es bei Bedarf verabreicht, wenn es zu einem Sehverlust von mehr als fünf Buchstaben in einem standardisierten Visus-Test kommt.

"Das neue Medikament bedeutet einen Durchbruch in der Behandlung von Patienten mit feuchter AMD", sagte Professor Frank G. Holz, Direktor der Augenklinik der Uni Bonn. Ranibizumab erhalte die Sehkraft bei 96 Prozent der Behandelten, die bisher angewandte fotodynamische Therapie (PTD) mit Verteporfin nur bei etwa 64 Prozent - jeweils für zwölf Monate.

Bei 40 Prozent der mit Ranibizumab Behandelten, besserte sich die Sehschärfe um mindestens 15 Buchstaben im Visus-Test innerhalb eines Jahres. Bei den mit PTD Behandelten waren es sechs Prozent. Das hat eine Phase-III-Studie mit 283 AMD-Patienten ergeben.

Noch ist die Therapie mit dem neuen Präparat keine reguläre Leistung der gesetzlichen Krankenkassen. Patienten sollten mit einem Kostenvoranschlag bei ihrer Kasse erfragen, ob sie die Kosten übernimmt.

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