Ärzte Zeitung, 16.06.2008

Gebärmutter-Erhalt durch Myom-Embolisation

Uterus-Myome lassen sich durch Verödung per Katheter verkleinern / Linderung der Symptome bei 90 Prozent

HAMBURG (grue). Gutartige Tumore der Gebärmutter, so genannte Myome, können nicht-invasiv durch Uterusarterienembolisation entfernt werden. Bei der so genannten Myomembolisation bleibt die Gebärmutter erhalten. Das von interventionellen Radiologen angebotene Verfahren ist deshalb eine Alternative zur Hysterektomie.

Die Hysterektomie ist mit fast 100 000 Eingriffen pro Jahr Standard bei Frauen mit großen oder multiplen Myomen. Eine in den USA häufig praktizierte Alternative ist die Uterusarterienembolisation (UAE). Bei der UAE wird unter Röntgenkontrolle ein Katheter über die linke oder rechte Leistenarterie vorgeschoben. Darüber werden dann in die A. uterina auf der gegenüberliegenden Seite zielgenau Kunststoffpartikel eingespritzt. Die embolisierten Myome schrumpfen dann innerhalb von drei bis sechs Monaten, wie Privatdozent Thomas Kröncke vom Institut für Radiologie der Charité Berlin berichtete.

Wichtiger als die Verkleinerung der Myome ist aber die Reduktion der myombedingten Beschwerden. Dazu gehören etwa starke Regelblutungen und Druckschmerz. Zudem kann die Gebärmutter erhalten werden, was aus somatischer und psychologischer Sicht wünschenswert ist. "Viele Frauen wünschen sich einen solchen minimal-invasiven Eingriff, bei dem keine Vollnarkose nötig und eine schnelle Wiederaufnahme der Alltagsaktivitäten möglich ist", so Kröncke. Die UAE, die mittlerweile auch an vielen Kliniken in Deutschland angeboten wird, hat eine geringere Komplikationsrate als eine offene Operation. Mögliche Komplikationen sind etwa vaginale Blutungen wegen Myomabschilferungen und - selten - Uterusinfektionen. Der Eingriff selbst dauert etwa eine Stunde, die Strahlenbelastung entspricht etwa der von drei bis vier Abdominal-CT-Aufnahmen. Für den stationären Aufenthalt müssen drei bis vier Tage eingeplant werden. Die Erfolgsrate der UAE sei groß, sagte Kröncke. "Neun von zehn Frauen erreichen damit eine dauerhafte Linderung ihrer Myom-Beschwerden." Nach Krönckes Angaben tragen die gesetzlichen Kassen die Kosten der Behandlung, bei Frauen mit abgeschlossenem Kinderwunsch, die eine Hysterektomie wegen Myomen ablehnen und die konservativ nicht behandelt werden können.

Weitere Infos gibt es unter: www.myomembolisation.de

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