Ärzte Zeitung, 17.07.2008

Seltenes Ereignis: Ein Zwilling ist schwarz und einer ist weiß

Hautfarbe wird von mehreren Genen bestimmt / Meist mischen sich die Erbanlagen

BERLIN (hub). Die Geburt von Zwillingen ist etwas normales. Spektakulär wird es, wenn die Geschwister unterschiedliche Hautfarben haben. Der Grund: Die Hautfarbe wird über viele Gene vererbt.

Glückliche Eltern mit sehr seltenem - und müdem - Zwillingsnachwuchs.

Foto: dpa

"Zwischen 10 und 100 Genen sind an der Bildung der Hautfarbe beteiligt", sagt Professor Andreas Gal, Humangenetiker am Uniklinikum Eppendorf in Hamburg. Es gibt Informationen für die Farbe weiß und welche für schwarz. "Die Gene für schwarz bestimmen die Menge an Hautpigmenten", so Gal im Gespräch mit der "Ärzte Zeitung". Die Gene sind über die 46 Chromosomen der Körperzellen verteilt. Das ist in der Regel auch auf den 23 Chromosomen in Eizelle und Spermien so.

"In sehr seltenen Fällen kann es vorkommen, dass fast alle Gene für weiß in einer Eizelle zusammenkommen - oder für schwarz." Um Zwillinge wie die jetzt in Berlin geborenen zu zeugen, muss so ein Zufall gleich zweimal während eines Zyklus passieren. Und vor allem müssten zwei Eizellen heranreifen. In einer befänden sich dann die Informationen für weiße Hautfarbe, in der anderen die für schwarz.

"Die Wahrscheinlichkeit für so etwas ist sehr gering", so Gal. In den Medien wurde von einer Chance von eins zu einer Million gesprochen. "Das kann auch noch geringer sein", sagt Gal.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Resistente Keime bedrohen Fortschritte aus Jahrzehnten

Jeder vierte Todesfall durch Antibiotika-resistente Keime weltweit wird durch Tuberkulose (TB) bedingt. Um die Situation zu verbessern, reichen neue Arzneien aber nicht aus, betonen TB-Experten. mehr »

Regelmäßiges Frühstück ist offenbar gut fürs Herz

Wer regelmäßig frühstückt, beugt damit offenbar kardiovaskulären Erkrankungen vor, berichtet die American Heart Association (AHA). mehr »

Sperma-Check per Smartphone-App

Millionen von Paaren weltweit wollen ein Kind, doch es klappt nicht. Die Ursachen liegen in etwa der Hälfte der Fälle beim Mann. Ein einfacher Test könnte Männern künftig die Untersuchung ihres Spermas erleichtern. mehr »