Ärzte Zeitung, 04.02.2009

Buchtipp

Biostatistik für den kritischen Blick

Ist ein Buch zur Biostatistik, in dem der Leser in der Einführung auf die Taufliege Drosophila - das Haustier der Biologen - stößt, auch für Mediziner geeignet? Ja, es ist! Denn der Statistik ist es egal, ob die Wirksamkeit eines Insektizids oder einer Arznei geprüft wird. So führt "Biostatistik" auf gut 300 Seiten eben nicht nur Biologen und Agrarwissenschaftler, sondern alle an Biostatistik Interessierten in das Thema ein.

Ein Anliegen der Autoren ist es, trotz - oder besser: wegen - des immer größeren Angebots komfortabler Statistik-Software, den Anwender an einen kritischen Gebrauch statistischer Verfahren heranzuführen. Und sich eben nicht verführen zu lassen, Daten "mal eben am PC" durchzurechnen.

Im Kapitel deskriptive Statistik geht es um Grundlagen wie Mittelwert, Median und Modelwert. Diese werden aber nicht nur in Worten anschaulich beschrieben, sondern auch per Formel mathematisch erklärt. Zur Sache geht es - zunächst mit Hilfe von Äpfeln - in der analytischen Statistik: Denn es sollen nur Paletten mit Äpfeln gekauft werden, auf denen weniger als 15 Prozent der Früchte minderwertig sind. Stichprobengröße, Irrtumswahrscheinlichkeit und eine ganze Palette statistischer Verfahren werden erläutert.

Wen mathematische Formeln mit Summenzeichen und Brüchen unter der Wurzel abschrecken, sollte um dieses Buch besser einen Bogen machen. Wer jedoch über mathematische Grundkenntnisse verfügt, erhält eine kompakte Einführung in die Biostatistik, die beim kritischen Blick auf so manche klinische Studie hilfreich sein wird. (hub)

Wolfgang Köhler, Gabriel Schachtel, Peter Voleske: Biostatistik. Springer Verlag, 4. Auflage, 343 Seiten, 24,95 Euro, ISBN 978-3-540-37710-8

Topics
Schlagworte
Medizin (73996)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Ärzte können künftig Medizinalhanf verordnen

Nach jahrelanger Debatte regelt das Parlament heute den Umgang mit Cannabis als Medizin völlig neu. Krankenkassen müssen künftig die Kosten im Regelfall erstatten. mehr »

Kein Schmerzensgeld für die künstliche Ernährung des Vaters

Das Münchener Landgericht hat die Klage gegen einen Hausarzt, der einen Patienten vermeintlich unnötig lange künstlich ernähren ließ, abgewiesen. Gleichwohl attestierte es einen Behandlungsfehler. mehr »

Droht Briten eine zweite Creutzfeldt-Jakob-Welle?

In Großbritannien ist ein Mann an einer ungewöhnlichen Creutzfeldt-Jakob-Erkrankung gestorben. Dies nährt Befürchtungen, wonach mehr als 20 Jahre nach der BSE-Krise eine zweite Erkrankungswelle ansteht. mehr »