Samstag, 4. Februar 2012
Ärzte Zeitung, 17.09.2009

Sport verlängert das Leben auch noch im hohen Alter

Selbst wer erst im Alter aktiv wird, lebt länger als träge Zeitgenossen

JERUSALEM (mut). Für mehr Sport und Bewegung ist es nie zu spät: Selbst wer im hohen Alter erst damit beginnt, kann sein Leben deutlich verlängern.

zur Großdarstellung klicken

Es ist nie zu spät: Sport verlängert immer das Leben.

Foto: AOK-Mediendienst

Weg von der Couch und raus an die frische Luft - das können Ärzte auch noch älteren Menschen raten, denn Bewegung ist die beste Medizin, um lange gesund und munter zu bleiben. Dabei ist weniger entscheidend, wie viel Sport jemand bereits in seinem Leben gemacht hat. Wichtiger ist, was er aktuell tut, um fit zu sein. Darauf deuten Daten einer israelischen Langzeitstudie mit mehr als 1800 über 70-Jährigen. Diese wurden bis zu 18 Jahre lang wiederholt untersucht und danach befragt, ob sie sich ausreichend körperlich bewegten (mindestens vier Stunden pro Woche) oder nicht (Arch Int Med 169, 2009, 1476).

Von den 70-Jährigen mit ausreichend Bewegung waren nach acht Jahren noch 85 Prozent am Leben, ohne nur 73 Prozent. Und von den 78-Jährigen mit ausreichend Bewegung lebten acht Jahre später noch 74 Prozent, von den Couch-Potatoes nur 59 Prozent. Von den fitten 85-Jährigen lebten nach drei Jahren sogar noch 93 Prozent, aber nur 75 Prozent der trägen Altersgenossen.

Überraschend war, dass Menschen, die mit 78 Jahren noch träge waren und erst mit etwa 85 aktiv wurden, dann eine ähnlich hohe Lebenserwartung hatten wie solche, die kontinuierlich aktiv waren (Dreijahres-Sterberate 13 versus 8 Prozent). Dagegen starben Teilnehmer, die mit 85 aufhörten, aktiv zu sein, ähnlich rasch wie solche, die nie aktiv waren (Dreijahres-Sterberate je 25 Prozent). Auch 78-Jährige, die plötzlich aufhörten, starben ähnlich rasch wie kontinuierlich Träge.

| Share

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Top-Meldungen

Mit iPad gegen Tumoren

"Together it is possible - Gemeinsam können wir es schaffen", so das Motto des heutigen Welt-Krebstages 2012. Gemeinsam mit klinischen Partnern wollen Krebsforscher die rasche Umsetzung ihrer Forschungsergebnisse in die klinische Praxis erreichen. mehr »

Massage nicht auf Kassenkosten

Der Gesetzgeber hat alternativen Therapien einen besonderen Stellenwert eingeräumt, um sie zu fördern. Doch eine automatische Kostenübernahme bedeutet das noch lange nicht, wie nun ein Landessozialgericht entschieden hat. mehr »

Spahn droht Kassen mit Spargesetz

Kassenabschlag verringern und das AMNOG reformieren: Die Vorschläge des Unionspolitikers Jens Spahn hatten die Krankenkassen auf die Barrikaden gebracht. Jetzt schießt Spahn zurück - und droht mit einem "Kassenspargesetz". mehr »