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Hirnblutungen

Die Gefahr SSRI

Patienten mit Risikofaktoren für Hirnblutungen sollten eher nicht bei einer Depression mit SSRI behandelt werden, meinen kanadische Forscher. Denn durch die Wirkstoffe steigt das Blutungsrisiko - wenn auch nur gering.

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Intrakranielle Blutung im MRT: Durch SSRI steigt das Risiko etwas.

Intrakranielle Blutung im MRT: Durch SSRI steigt das Risiko etwas.

© BSIP / Your_Photo_Today

LONDON/KANADA (rb). Patienten, die gegen ihre Depressionen einen selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) einnehmen, haben ein etwas erhöhtes Risiko, intrakranielle oder intrazerebrale Blutungen zu erleiden.

Den Zusammenhang vermehrter Hirnblutungen und einer SSRI-Therapie hat eine Metaanalyse an der Western University im kanadischen London zutage gefördert. 16 Studien mit Daten von mehr als einer halben Million Patienten waren in die Analyse eingeflossen (Neurology 2012; 79: 1862).

Die SSRI-Therapie ging mit einer rund 50 Prozent erhöhten Gefahr einher, eine intrakranielle Hämorrhagie zu erleiden. Intrazerebrale Blutungen ereigneten sich gut 40 Prozent häufiger.

Nahmen die Patienten Antikoagulanzien ein, stieg bei SSRI-Einnahme das Hirnblutungsrisiko im Vergleich zur Antikoagulation allein um weitere 56 Prozent.

Erstmals Hinweise erbracht

Diese Ergebnisse bedeuten, dass pro 10.000 Patienten, die ein Jahr mit SSRI behandelt werden, mit einer zusätzlichen intrazerebralen Blutung zu rechnen ist. Dabei ist eine globale Inzidenz von 24,6/100.000 Personenjahre zugrunde gelegt.

"Diese Raten lägen bei Patienten, die bereits eine Hirnblutung durchgemacht haben, vermutlich höher", schreiben die kanadischen Wissenschaftler.

Das Risiko rezidivierender Hirnblutungen unter SSRI sei allerdings noch nicht in Studien untersucht worden. Bei Patienten, die Risikofaktoren für Hirnblutungen aufweisen, raten die Forscher jedenfalls, andere Optionen der antidepressiven Therapie zu erwägen.

Zu diesen Faktoren zählen sie langfristige Antikoagulation, intrakranielle Hämorrhagien in der Anamnese, zerebrale Amyloidangiopathie und schweren Alkoholabusus.

SSRI hemmen die Thrombozytenaggregation und lassen das Risiko gastrointestinaler Blutungen steigen.

Ihre Assoziation mit Hirnblutungen ist in Studien bisher nicht eindeutig belegt worden. Die vorliegende Metaanalyse liefert nun Hinweise auf eine - wenn auch absolut betrachtet geringe - Risikozunahme.

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