Ärzte Zeitung, 13.01.2004

Wie Alcopops Jugendliche verführen

Themenabend bei Arte / Eine Flasche eines Fertig-Cocktails entspricht zwei Schnäpsen

HAMBURG (dpa). Sie schmecken süß und sind in aller Munde: Immer mehr Jugendliche trinken sogenannte "Alcopops", Mischgetränke aus Schnaps und Limonaden. In Deutschland greifen einer Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) nach bereits 14,7 Prozent der 15jährigen zu den Fertig-Cocktails. Mit jeder Flasche nehmen sie etwa zwei Schnäpse zu sich.

Und damit nicht genug: Auch der Tabakkonsum der jungen Leute hat erheblich zugenommen, das Einstiegsalter der Raucher liegt mittlerweile bei 13,5 Jahren.

Heute widmet der Kultursender Arte seinen Themenabend "Was uns auf den Nägeln brennt" diesem brisanten Stoff (ab 20.45 Uhr). Unter dem Titel "Alcopops und Kippen - Jugend im Rausch" soll gezeigt werden, wie Zigaretten und Alkohol unter Jugendliche gebracht werden.

Der Abend beginnt mit der Dokumentation "Einstiegsdroge Alkohol" von Andrea Hauner. Es geht um die 18jährige Tamara, die seit ihrem 13. Lebensjahr regelmäßig trinkt, und um den unter Jugendlichen beliebter werdenden Trend des "binge drinkings" - des Kampf-Trinkens bis zum Vollrausch. Es geht um die Schwierigkeiten der Prävention, die zögerliche Einführung einer Sondersteuer für Alcopops und die Alkohol-Lobby.

Im Anschluß zeigt Arte die Dokumentation "Von Verführern und Verführten - Nikotin und Kinder" von Jörg Altekruse. Er zeigt die Zusammenhänge von Verführung und Verführten am Beispiel der Stadt Hamburg.

Von 22.15 Uhr an diskutiert Moderatorin Alexandra Gerlach mit Gästen über die "berauschte Jugend" und das Versagen von Politik und Wirtschaft. Geladen sind der Liedermacher Konstantin Wecker, die Schauspielerin Susanne Uhlen, der Kinderpsychiater Stéphane Clerget.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Sind Computer bald die besseren Therapeuten?

Immer mehr Online-Psychotherapien drängen auf den Markt. Die meisten sind weder besonders einfühlsam noch allzu intelligent. Dennoch sind die Erfolge erstaunlich. mehr »

Kollege Computer, übernehmen Sie!

Eine computer-basierte Verhaltenstherapie kann Insomnie-Patienten den Schlaf zurückgeben. Der Erfolg ist ähnlich gut wie durch menschliche Therapeuten, bescheinigt ein kalifornischer Professor. mehr »

Kein frisches Geld in Sicht

Die umfassende Studien-reform soll zunächst ohne zusätzliches Geld auskommen. Darauf haben sich Bund und Länder geeinigt, wie aus dem vertraulichen Papier hervorgeht. mehr »