Ärzte Zeitung, 28.01.2004

Erste Hilfe bei Tollwutbissen: Seife und Wasser

Viren sind laugensensibel / Impfungen immer dann, wenn Viren in den Körper gelangt sein könnten

MÜNCHEN (wst). Tollwut bei Menschen ist in Deutschland zwar selten geworden. Dennoch gibt es bei Bißverletzungen durch Tiere, besonders durch Füchse, Marder oder Fledermäuse, ein potentielles Infektionsrisiko. Gleiches gilt bei Aufenthalten in Endemiegebieten etwa in Asien oder Afrika.

Welche Maßnahmen sind bei Verletzungen durch verdächtige Tiere sinnvoll? Da Tollwutviren laugensensibel sind, sollte als erstes die Wunde mit Wasser und Seife gereinigt werden, hat Dr. Christian Schönfeld vom Landesinstitut für Tropenmedizin der Charité in Berlin bei einer Veranstaltung von Chiron Behring in München gesagt. Das gelte auch, wenn Speichel auf eine offene Hautstelle oder Schleimhäute gelangt sei.

Wann sollte gegen Tollwut geimpft werden? Die STIKO empfiehlt Impfungen bei Kratzern oder Bissen durch tollwutverdächtige Tiere oder wenn Speichel auf Schleimhäute oder nichtintakte Haut gelangt ist.

Eine postexpositionelle Immunisierung besteht aus fünf i.m.-Injektionen eines modernen Zellkulturimpfstoffes (etwa Rabipur®) an den Tagen 0, 3, 7, 14 und 28. Bei Kratzern, Bissen sowie Kontamination von verletzter Haut oder Schleimhäuten mit Speichel oder Impfködern soll zudem passiv mit spezifischen Immunglobulinen bei der ersten Impfung immunisiert werden. Wurde nur gefüttert, gestreichelt oder ein Impfköder berührt und die Haut ist intakt, muß nicht geimpft werden.

Die STIKO empfiehlt eine Prophylaxe bei Tierärzten, Jägern, Forstarbeitern in Tollwutregionen, für Laborpersonal mit Kontakt zu Tollwutviren sowie vor Reisen in Endemiegebiete (wir berichteten).

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