Ärzte Zeitung, 27.04.2004

Einfache Kriterien sichern eine frühe Bechterew-Diagnose

Frühtherapie bremst die Krankheits-Progression

WIESBADEN (eis/slp). Immer noch vergehen bei Bechterew-Kranken fünf bis sieben Jahre, bis die Diagnose gestellt ist. Ein Verdacht ergibt sich jedoch schon bei wenigen klinischen Befunden, und mit einfachen Kriterien läßt sich jetzt eine frühe Diagnose stellen.

Bis zu 700 000 Menschen in Deutschland leiden an Morbus Bechterew. Etwa jeder 20. Patient im Alter unter 45 Jahren mit chronischen Rückenschmerzen hat die Erkrankung, wie Professor Joachim Sieper von der Charité in Berlin berichtet hat.

Nach seinen Angaben haben aber nach fünfjähriger Erkrankung höchstens 50 Prozent der Bechterew-Kranken eine eindeutige Sakroiliitis im Röntgenbild, womit heute noch üblicherweise die Diagnose gesichert wird. Sieper und seine Kollegen haben daher eine Frühdiagnostik mit einfachen Kriterien entwickelt (Ann Rheum Dis 63, 2004, 535).

Eine erhöhte Wahrscheinlichkeit besteht bei mindestens vier der fünf Kriterien: Beginn der Schmerzsymptomatik vor dem 40. Lebensjahr, Dauer über drei Monate, schleichender Beginn, Morgensteifigkeit, Besserung durch Bewegung. Ist auch der Bluttest auf HLA-B27 positiv und wird per MRT entzündliches Exsudat im Iliosakralgelenk sowie ein Knochenmarksödem belegt, dann besteht mit 95prozentiger Sicherheit eine Spondylarthritis, so Sieper beim Internistenkongreß.

Er plädiert für eine Frühtherapie, weil die Patienten Studienresultaten zufolge in Frühstadien genauso starke Schmerzen haben wie in Spätstadien. Nach Studiendaten lasse sich zudem mit kontinuierlicher NSAR-Therapie die Progression der Wirbelsäulendeformationen aufhalten. Und bei schwerem Verlauf sprächen Patienten in Frühstadien offenbar besonders gut auf die neue Therapie mit einem TNF-alpha-Blockern an.

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