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Bundesweit einmalig - eine Ambulanz für hilflose Betrunkene

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Sieben Quadratmeter, Fliesen am Boden, vergitterte Fenster, eine dicke Tür. Am Boden eine Matratze. Das ist zeitweise die Bleibe für all jene, die so betrunken sind, daß sie nicht mehr alleine klarkommen.

In der "Zentralambulanz für Betrunkene" (ZAB) an der Brennerstraße im Hamburger Stadtteil St. Georg kümmern sich Männer der Berufsfeuerwehr jährlich um etwa 2000 Menschen. Sie passen auf, daß den Betrunkenen nichts passiert. Ein einmaliges Projekt in Deutschland.

Nacht für Nacht sorgen vier zu Rettungsassistenten ausgebildete Mitarbeiter der ZAB dafür, daß Hamburgs Betrunkene wohlbehütet ausnüchtern. Immer von 19 bis 7 Uhr. Als erster Gast für die Nacht wird kurz vor halb neun ein 47jähriger mit dem Rettungswagen vorgefahren, der nicht mehr stehen kann. Seine Kopfplatzwunde wurde im Krankenhaus versorgt, ein ärztlicher Check dort ergab, daß es keine Bedenken gegen die Einlieferung in die Zentralambulanz gibt.

"Das ist Bedingung. Wer krank ist, kommt hier gar nicht erst her, der muß im Krankenhaus bleiben", erklärt der diensthabende Sanitäter Kai-Uwe Hauerwaas. Und dann geht es Schlag auf Schlag, plötzlich stehen vier Rettungswagen auf dem Hinterhof des Altbaus Schlange, um neue Betrunkene zu bringen. Sieben Männer und eine Frau verbringen Teile dieser Nacht in den tristen Schlafsälen. Mindestens alle 20 Minuten ein Rundgang, ständige Kontrolle auf den Monitoren der Überwachungskameras.

200 000 Euro allein an Personalkosten sind für den Betrieb der ZAB jährlich erforderlich. Seit einem Jahr ist sie Außenstelle der Feuerwehr. Zuvor hatte sich der Landesbetrieb Krankenhäuser um die 1974 gegründete ZAB gekümmert, auch ein Arzt war zu den Zeiten ständig präsent. Das erwies sich als zu teuer. Heute müssen die Betrunkenen zuerst ins Krankenhaus transportiert werden, um dort ihre "Verwahrfähigkeit" bescheinigt zu bekommen. Dann geht es weiter in die Brennerstraße. Wer hier landet, wird zur eigenen Sicherheit in Gewahrsam genommen. Eine Frau brachte es einmal auf 320 Übernachtungen in der ZAB.

"Wer einen gewissen Grad der Ausnüchterung erreicht hat, kann gehen", so Hauerwaas. Randalierer und Betrunkene mit Läusen kommen in eine Einzelzelle. Und für all jene, die nicht an sich halten konnten, gibt es in der ZAB sogar noch etwas aus dem Fundus der Kleiderkammer. (dpa)

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