Makrolid erfaßt breites Erreger-Spektrum

NÜRNBERG (sto). Für die Therapie von Patienten mit ambulant erworbener Pneumonie ist ein Makrolid sowohl in der Mono- als auch in Kombinationstherapie nach wie vor ein Standardantibiotikum. Es erfaßt das breite Spektrum der typischen und der atypischen Erreger tiefer Atemwegsinfektionen, hat Professor Hartmut Lode aus Berlin betont.

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Bei jüngeren Patienten ohne Grunderkrankung reiche dabei eine Makrolid-Monotherapie aus, sagte Lode bei der World Conference on Dosing of Antiinfectives (WCDA) in Nürnberg. So sei in einer Studie bei etwa 400 Patienten mit ambulant erworbener Pneumonie belegt worden, daß mit 500 mg Clarithromycin (Klacid®) zweimal täglich ähnlich günstige klinische Ergebnisse zu erzielen sind wie mit dem Fluorchinolon Moxifloxacin.

Bei älteren Patienten empfiehlt Lode eine Kombinationsbehandlung mit einem Beta-Laktam-Antibiotikum und einem Makrolid. Die Kombination sei auch bei stationär behandelten Patienten sehr effektiv. In einer US-Studie habe die retrospektive Analyse der Daten von mehr als 44  000 Patienten mit Pneumonie ergeben, daß die Zahl der Krankenhaustage und die Sterberate bei einer Kombinationstherapie deutlich niedriger ist als bei einer antibiotischen Monotherapie. In einer spanischen Untersuchung sei belegt worden, daß sich die Überlebensrate bei Pneumonie-Patienten erhöhte, wenn zusätzlich zu einer initialen Beta-Laktam-basierten Therapie ein Makrolid gegeben wurden, berichtete Lode bei einem Satelliten-Symposium von Abbott.

In den vergangenen drei Jahren sei die Zunahme der Erreger-Resistenzen gegen Penicillin und Makrolide leicht zurückgegangen, berichtete Lode. Auch sei das Ausmaß von Resistenzen bei Pneumokokken und H. influenzae regional unterschiedlich. Makrolid-resistente Keime seien eher zu erwarten bei Pneumonie-Patienten mit kardiopulmonaler Grunderkrankung, Patienten über 65 Jahre oder Patienten mit Beta-Laktam-Antibiotika-Therapie in den zurückliegenden drei Monaten, bei Alkoholikern, immunsupprimierten Patienten, Mehrfacherkrankten sowie Eltern und Großeltern von Kindergartenkindern. Ein erhöhtes Risiko für eine Pneumonie mit gram-negativen Keimen haben nach Lodes Angaben zudem Patienten aus Altersheimen.

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