Ärzte Zeitung, 27.07.2005

Ein bißchen Wein scheint den Nieren gut zu tun

Risiko einer Nierenfunktions-Störung um 30 Prozent reduziert / Langzeit-Daten von 11 000 Ärzten

BERLIN (gwa). Trinken gesunde Männer sieben Gläser Bier oder Wein pro Woche, tun sie damit offenbar ihren Nieren etwas Gutes. Das Risiko für einen Kreatinin-Anstieg oder eine Minderung der glomerulären Filtrationsrate (GFR) ist bei Männern, die moderat Alkohol trinken, um etwa 30 Prozent niedriger als das Risiko bei Männern, die kaum oder gar keinen Alkohol trinken.

Wein in Maßen schadet Gesunden nicht. Foto: PhotoDisc

Das ergab eine Analyse von Daten von mehr als 11 000 Ärzten, die an der "Physicians’ Health Study"(PHS) teilnehmen.

Dr. Elke Schaeffner von der Charité in Berlin und ihre Kollegen aus den USA und den Niederlanden prüften anhand der Ergebnisse von Bluttests, wieviele der Kollegen innerhalb von 14 Jahren erhöhte Kreatinin-Werte von 15 mg / dl und mehr entwickelten, und bei wievielen die GFR auf 55 ml / min und weniger sank. Außerdem konnten sie anhand von jährlich ausgefüllten Fragebögen Daten zu den Trinkgewohnheiten der Ärzte erheben.

Ergebnisse: 14 Jahre nach Beginn der Studie hatten 473 Teilnehmer (gut vier Prozent) erhöhte Kreatinin-Werte; 1296 hatten erniedrigte GFR (knapp zwölf Prozent).

Die Kollegen berechneten dann anhand der Daten das Risiko für eine Nierenfunktionsstörung in Abhängigkeit vom Alkoholkonsum. Vier Gruppen wurden gebildet (0 bis 1 Drink pro Woche - ein Standarddrink entspricht 12 g Alkohol, also etwa 250 ml Bier oder 100 ml Wein), 2 bis 4 Drinks, 5 bis 6 Drinks und 7 oder mehr Drinks.

Im Vergleich zu Männern, die kaum oder gar keinen Alkohol trinken, ist demnach für Männer mit moderatem Alkoholkonsum (7 Drinks pro Woche) das Risiko für eine Nierenfunktions-Einschränkung um etwa 30 Prozent gemindert.

Warum das so ist, ist noch unklar. Allerdings verweisen Schaeffner und ihre Kollegen auf Studien, in denen bereits Hinweise auf die protektive Wirkung von moderatem Alkoholkonsum etwa für Herzkrankheiten gefunden wurden. Außerdem sei moderates Trinken mit höheren HDL-Spiegeln korreliert. Das sei eine mögliche Erklärung für ihre Ergebnisse.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Zahl der Behandlungsfehler stagniert

"Fehler passieren, auch in der Medizin. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass Patienten durch einen Behandlungsfehler zu Schaden kommen, ist extrem gering." So lautete das Fazit von Dr. Andreas Crusius bei der Vorstellung der Behandlungsfehlerstatistik. mehr »

Naturvolk mit erstaunlich gesunden Gefäßen

In einer geradezu heroischen Studie haben US-Forscher Eingeborene der Amazonas-Region zur Calcium-Score-Messung in einen CT-Scanner geschoben. Noch nie wurde ein Volk mit so gesunden Arterien beschrieben. mehr »

Dann ist ein Hausbesuch abrechenbar

Die vollständige und vor allem korrekte Abrechnung der so genannten Leichenschau stellt Ärzte immer wieder vor Probleme. Beispielsweise stellt sich die Frage nach der eigenständigen Berechnung des Hausbesuchs. mehr »