Ärzte Zeitung, 10.04.2006

Zweifel an positivem Effekt von Alkohol

SAN FRANCISCO (ddp.vwd). Der Nutzen von moderatem Alkoholkonsum für die Gesundheit ist möglicherweise stark überschätzt worden.

Zu diesem Schluß kommt ein internationales Forscherteam nach einer Metaanalyse von 54 Studien zum Thema Alkoholkonsum und vorzeitiger Tod ("Addiction Research and Theory", Mai-Ausgabe).

In vielen Studien werde von falschen Voraussetzungen ausgegangen: Als Abstinenzler gelten dort auch Alkoholiker, die erst kurz vor Beginn der Studien mit dem Trinken aufgehört hatten. In den meisten Untersuchungen, in denen ein Zusammenhang zwischen moderatem Trinken und Schutz vor vorzeitigem Tod gefunden wurde, sei dieser Fehler gemacht worden, so stellten die Forscher fest.

In den sieben Studien, in denen nur langfristige Nichttrinker in die Gruppe der Abstinenzler aufgenommen worden waren, war für diese Gruppe kein erhöhtes Risiko im Vergleich zu den moderaten Trinkern gefunden worden.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs. Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko stark erhöht. mehr »

Ausschuss reißt Frist des Gesetzgebers

Das neue Qualitätsmaß für Pflegeheime gerät in Verzug. Eine Studie bietet eine Alternative an. mehr »

Jeder dritte Demenz-Fall vermeidbar

Finge die Demenz-Prävention bereits in der Kindheit an, könne die Krankheit bei einem Drittel aller Erwachsenen verhindert werden – so eine Studie. mehr »