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Immer jüngere Alkoholpatienten in der Praxis

BERLIN (af). Mehr als jeder fünfte Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren trinkt mindestens einmal Alkohol in der Woche. Das hat die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung in einer Befragung Jugendlicher in den ersten beiden Monaten dieses Jahres ermittelt.

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Der vorübergehende Rückgang des Alkoholkonsums Jugendlicher nach der der Verteuerung der sogenannten Alcopops im Jahr 2004 ist damit wieder dahin. Es kommt sogar immer schlimmer: 16- bis 17-Jährige konsumierten mit 150 Gramm reinen Alkohols pro Woche rund 23 Gramm mehr als noch vor drei Jahren, sagte Professorin Elisabeth Pott von der Bundeszentrale gestern in Berlin.

Gemeinsam mit Ärzten und der Drogenbeauftragten der Bundesregierung Sabine Bätzing stellte sie die Aktionen vor, mit denen ab morgen in der Aktionswoche Alkohol für einen maßvollen Umgang mit der Alltagsdroge geworben werden soll. Ein Vorbild ist die deutsche Gesellschaft in dieser Hinsicht nicht: Zehn Liter reinen Alkohols pro Kopf im Jahr seien zuviel, sagte Bätzing.

Ärzte würden in ihren Praxen mit immer jüngeren Patienten konfrontiert, die an Alkoholvergiftungen litten. Nicht alle seien ausreichend darauf vorbereitet, sagte Christoph Freiherr von Ascheraden, vom Ausschuss Drogen der Bundesärztekammer. Suchtmedizinische Qualifikationen hätten nur etwa 10 000 Ärzte in Deutschland.

"Wir müssen mehr Ärzte in die Lage versetzen, Sucht zu erkennen", forderte Ascheraden. Auch sollte darauf geachtet werden, junge Rauschpatienten nicht ohne Begleitung in die Familien zu entlassen. Gerade nach dem Aufwachen aus einem Rausch seien junge Patienten besonders empfänglich für Aufklärung und Hilfsangebote.

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