Ärzte Zeitung, 28.02.2008

BUCHTIPP DES TAGES

Historie der Medizintechnik

"Medizintechnik - mehr als Apparatemedizin" heißt ein interessantes Schwerpunktheft der Zeitschrift "Technikgeschichte" (Heft 3/2007).

Darin berichtet etwa Michael Martin vom Institut für Medizin-Geschichte der Uni Düsseldorf über die aus heutiger Sicht verblüffenden Widerstände, die Ärzte im 19. Jahrhundert den neu entwickelten Diagnosetechniken entgegenbrachten: Die Messung der Köpertemperatur und des Blutdrucks sowie die Stethoskopie stießen zunächst auf viel Skepsis und Ablehnung.

Sehr viel mehr Zustimmung - und zwar auf Seiten der Patienten - fanden gegen Ende des Jahrhunderts die neu erfundenen Maschinen zur orthopädisch-heilgymnastischen Behandlung. Die nach einem führenden Hersteller "Zanderapparate" genannten Geräte erfreuten sich bei den "besseren Kreisen" des deutschen Kaiserreichs erstaunlicher Beliebtheit und nahmen eine Entwicklung vorweg, die wir in der heutigen Fitness- und Bodybuildingbewegung wiederfinden.

Weitere Themen sind Op-Techniken in der Psychochirurgie, die Entstehung und Ausbreitung der ersten Generation von Geräten zur extrakorporalen Stoßwellen-Lithotripsie (ESWL) und robotisierte Spitzentechniken im Operationssaal (Robodoc). (eb)

Technikgeschichte (ISSN 0040-117X), Jg. 74 (2007), H. 3, Schwerpunktheft Medizintechnik. 112 Seiten, zahlr. Illustrationen. Einzelheft 21,50 Euro.

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