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Herzschwäche: Frauen leben länger als Männer

Wann eine schwere Herzinsuffizienz tödlich endet, hängt offenbar mit dem Geschlecht zusammen. Denn Frauen leben länger als Männer mit der Erkrankung. Dafür spielt auch die Ursache der Herzschwäche eine Rolle.

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Mit Herzschwäche leben Männer kürzer als Frauen mit dieser Erkrankung.

Mit Herzschwäche leben Männer kürzer als Frauen mit dieser Erkrankung.

© shutterstock

MADRID (ob). Herzinsuffizienz ist einer der häufigsten Gründe für Klinikeinweisungen und im fortgeschrittenen Stadium mit einer sehr hohen Mortalität assoziiert. Ist dabei das Sterberisiko für Männer und Frauen gleich hoch?

Dieser Frage ist eine internationale Forschergruppe in einer Metaanalyse (MAGGIC, Meta-analysis Global Group in Chronic Heart Failure) nachgegangen. Grundlage dieser Analyse bildeten die individuellen Daten von 41.949 Patienten mit Herzinsuffizienz, die an 31 klinischen Studien oder Registern beteiligt waren.

Studiendaten von knapp 42.000 Patienten analysiert

Anhand dieser Daten konnte die MAGGIC-Studiengruppe schon vor einiger Zeit belegen, dass Herzinsuffizienz-Patienten mit erhaltener Auswurffraktion ein signifikant niedrigeres Sterberisiko haben als Patienten mit eingeschränkter systolischer Ventrikelfunktion.

In ihrer neuen Metaanalyse hat die Gruppe die Daten 28.052 männlichen und 13.897 weiblichen Patienten mit Herzinsuffizienz im Hinblick auf Sterberisiko innerhalb eines Zeitraums von drei Jahren ausgewertet (Eur J Heart Fail 2012; online 8. März).

In dieser Zeit starben 25 Prozent aller Frauen und 26 Prozent aller Männer.

Sterberisiko bei Männern um 23 Prozent höher

Allerdings waren beiden Gruppen in ihren Merkmalen nicht direkt vergleichbar. So waren Frauen im Schnitt älter als Männer (70,5 versus 65,6 Jahre), sie hatten zudem häufiger Bluthochdruck (49,9 versus 40 Prozent) und seltener eine ischämische Herzerkrankung als Grunderkrankung (46,3 versus 58,7 Prozent).

Auch hatten weniger Frauen eine erniedrigte linksventrikuläre Auswurffraktion (= 50 Prozent) als Männer (62,6 versus 81,8 Prozent).

Nach statistischer Datenbereinigung für entsprechende Unterschiede kamen die Forscher zu dem Ergebnis, dass das relative Sterberisiko im Kollektiv der Männer signifikant um 23 Prozent höher war als im Kollektiv der Frauen.

Diese Assoziation war unabhängig von Einflussfaktoren wie Auswurffraktion, Alter oder Hypertonie in der Vorgeschichte.

Allerdings deutete sich eine Beziehung zwischen Ätiologie der Herzinsuffizienz und geschlechtsspezifischem Sterberisiko an. So erwies sich das weibliche Geschlecht vor allem bei Herzinsuffizienz nicht-ischämischer Genese als ein protektiver Faktor.

Bei Herzschwäche auf der Grundlage einer ischämischen Herzerkrankung kam der Vorteil der Frauen in puncto Überlebensrate dagegen weniger zur Geltung.

Reagieren Frauenherzen auf Schädigung anders?

Möglicherweise reagieren die Herzen von Frauen auf Schädigungen des Herzmuskelgewebes anders als die von Männern, spekulieren die Forscher um Erstautor Dr. Manuel Martinez-Selles aus Madrid.

So hätten sich Hinweise aus Studien ergeben, wonach strukturelle Umbauprozesse am Herzen (cardiac remodeling) bei Frauen weniger ausgeprägt sind, die rechtsventrikuläre Funktion bei ihnen besser erhalten bleibt und der Schutz vor ventrikulären Herzrhythmusstörungen besser ist.

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