Ärzte Zeitung, 07.04.2004

Nur wenige Bürger haben einen Organspendeausweis

Geringe Spendenbereitschaft / Umfrage der Uni Köln

NEU-ISENBURG (ine). Mehr als 45 Prozent der Deutschen sind bereit, ein Organ zu spenden. Allerdings haben nur sieben Prozent einen Organspendeausweis. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des Chirurgischen Instituts der Universität Köln unter 1000 Bundesbürgern.

Befragt wurden zusätzlich noch 204 Dialysepatienten, die auf der Warteliste für eine Organtransplantation stehen, und 202 Transplantationsmediziner, heißt es in einer Mitteilung der Universität Köln.

Auf die Frage, ob sie etwa eine Niere oder einen Teil der Leber einem genetisch Blutsverwandten spenden würden, antworteten 80 Prozent der Bevölkerung, 86 Prozent der Ärzte und 90 Prozent der Dialysepatienten mit ja. Elf Prozent der Bürger sprachen sich dagegen aus, zehn Prozent der Ärzte waren bei der Lebendspende unentschlossen.

Eine Xenotransplantation können sich etwa die Hälfte der Bevölkerung, zwei Drittel der Patienten und 69 Prozent der Ärzte als Behandlungsverfahren vorstellen, sobald die Verpflanzung von tierischen Organen oder Organsegmenten ausreichend erforscht ist und Aussicht auf Erfolg hat.

70 Prozent der Bevölkerung befürchten, daß es bei einer Organspende zum Mißbrauch in Form von Organhandel kommt. Diese Ansicht teilen sogar 38 Prozent der befragten Transplantationsmediziner sowie die Hälfte der Patienten, die auf der Warteliste für ein Organ stehen.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs. Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko stark erhöht. mehr »

Ausschuss reißt Frist des Gesetzgebers

Das neue Qualitätsmaß für Pflegeheime gerät in Verzug. Eine Studie bietet eine Alternative an. mehr »

Jeder dritte Demenz-Fall vermeidbar

Finge die Demenz-Prävention bereits in der Kindheit an, könne die Krankheit bei einem Drittel aller Erwachsenen verhindert werden – so eine Studie. mehr »