Direkt zum Inhaltsbereich

Frau erhält Niere ihres toten Mannes

NEU-ISENBURG (nsi). In einem Berliner Transplantationszentrum ist Mitte Januar eine Niere von einem hirntoten Spender gezielt auf dessen dialysepflichtige Ehefrau verpflanzt worden.

Veröffentlicht:

Eine solch gerichtete Organspende von einem Hirntoten verstößt gegen die Verteilungsregeln bei Eurotransplant (ET), weshalb die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO), die in Deutschland die postmortale Organspende organisiert, sich mit ET über das Vorgehen geeinigt hat. Auch der Vorsitzende der Ständigen Kommission Organtransplantation bei der Bundesärztekammer, der Göttinger Jurist Professor Hans-Ludwig Schreiber, hielt diese Entscheidung für richtig.

    Verwandtschafts-
beziehungen sollen kein Maßstab bei Spenden sein.
   

DSO-Vorstand Professor Günter Kirste bezeichnete sie im Gespräch mit der "Ärzte Zeitung" als "menschlich die einzig vernünftige". Er plädiert dafür, das Transplantationsgesetz zu ändern und gerichtete Organspenden von Toten zuzulassen wie bei der Lebendspende: auf Verwandte ersten oder zweiten Grades, Ehegatten, Verlobte oder andere Kranke, die dem Spender persönlich verbunden waren.

Das allerdings wäre eine ziemliche Kehrtwende in den Verteilungsprinzipien, wie sie dem Transplantationsgesetz und den darauf basierenden Richtlinien der Bundesärztekammer zu Grunde liegen. Dort heißt es, die Verteilung der Organe hätte sich am Stand der medizinischen Wissenschaft zu orientieren, besonders an Erfolgsaussicht und Dringlichkeit.

Soziale Kriterien wie Verwandtschaftsbeziehungen oder ethnische Zugehörigkeit sind auch im Vorfeld der Diskussionen über das Gesetz abgelehnt worden. Noch auf ihrer Sitzung im Dezember 2005 hatte die Ständige Kommission Organtransplantation diese Ablehnung als richtig bestätigt.

"Wenn ein bestimmter Patient de facto auf die erste Stelle der Warteliste katapultiert wird, widerspricht dies den gesamten Gerechtigkeitsvorstellungen, die hinter der Wartelistenregelung stehen", so der Medizinjurist Professor Jochen Taupitz aus Mannheim.

Mehr zum Thema

Galenus-Kandidat 2026

Erste systemische Therapie tenosynovialer Riesenzelltumoren

Gelenkersatz

Studie bestätigt lange Haltbarkeit moderner Hüft-TEP

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Diagnostik bei Harnsteinen: Prozedere bei Hochrisiko-Gruppe

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [5, 11]

Hoher Medical Need

Urolithiasis: Metaphylaxe kann hohe Rezidivrate deutlich senken

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Aristo Pharma GmbH, Berlin
Voraussetzungen für eine erfolgreiche Transition Betroffener in die Erwachsenenmedizin

© Pinit / stock.adobe.com / generiert mit KI

Pädiatrische cholestatische Lebererkrankungen

Voraussetzungen für eine erfolgreiche Transition Betroffener in die Erwachsenenmedizin

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Mirum Pharmaceuticals Germany GmbH, München
Abb. 1: Studien CLIMB THAL-111 und -131: Veränderung des Gesamt-Hb-Werts und des HbF-Werts nach Exa-cel-Infusion bei TDT-Patientinnen und -Patienten (Quelle: Locatelli F et al., European Society for Blood and Marrow Transplantation (EBMT) 2026, Madrid, Spanien, Abstract GS2-5)

© Springer Medizin Verlag

Neue Perspektiven bei Hämoglobinopathien

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Vertex Pharmaceuticals (Germany) GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

GeriPAIN-Leitlinie

Welche Schmerztherapien eignen sich für geriatrische Patienten?

Von unbedenklich bis gefährlich

Blutbildveränderungen: Das Einmaleins der Anämie-Diagnostik

Lesetipps
Eine Ärztin im Gespräch mit einer Patientin.

© HockleyM1 / peopleimages.com / stock.adobe.com

Kollegin gibt Tipps

So gelingt eine gute Arzt-Patienten-Beziehung

Cornelia Hösemann

© Porträt: privat | Spritze: Fied

Sie fragen – Experten antworten

Ist eine Impfung gegen HPV auch bei Frauen über 50 noch sinnvoll?