Ärzte Zeitung, 16.05.2007

Durchtrennte Beugesehnen erkennt man oft mit einem Blick

Schon kleine Schnitt- und Stichverletzungen an der Hand können Sehnenschäden verursachen / Einfache Funktionstests helfen meist weiter

MÜNCHEN (cin). Schon eine kleine Schnitt- oder Stichverletzung an der Hand kann zur partiellen Durchtrennung von Sehnen führen - das muss dann operiert werden. Eine vollständig durchtrennte Beugesehne können Kollegen oft mit einem Blick erkennen: Denn der betroffene Finger ist meist gestreckt.

Gesunde Sehne: Das Endglied kann aktiv gebeugt werden.

Der Funktionstest belegt, dass die Mittelgliedsehne intakt ist. Foto (2): do

In der Hand verlaufen viele Strukturen auf engstem Raum - und auch eine kleine Verletzung kann zur Teildurchtrennung oder Durchtrennung einer Sehne führen. Darauf hat Professor Bernd-Dietmar Partecke in München hingewiesen.

Ob eine Beugesehne durchtrennt ist, kann schon eine einfache Blickdiagnose zeigen: "Die Finger der Hand sind im entspannten Zustand immer in leichter Beugestellung - auch die Daumen", erinnerte der Chirurg vom Berufsgenossenschaftlichen Unfallkrankenhaus in Hamburg. Ist ein Finger gestreckt, sei meist eine Sehne durchtrennt. Zusätzlich erinnerte der Chirurg an zwei einfache Funktionstestungen der Handbeugesehnen:

  • Testung der Beugemuskeln der Endglieder (M. flexor digitorum profundus): Der Untersucher fixiert mit seinem Finger das Mittelglied des Patienten-Fingers auf einer Unterlage. Dieser muss dann aktiv das Endglied beugen - was Gesunden gelingt.
  • Testung des am Mittelglied fixierten M. flexor digitorum superfizialis: Die nicht zu untersuchenden Finger werden in Streckstellung festgehalten. Der Patient muss dann versuchen, aktiv den betroffenen Finger zu beugen. Das ist bei durchtrennter Sehne nicht möglich.

Parteckes Empfehlung: Jeder Patient, auch der, bei dem nur der Verdacht auf Teilruptur besteht, sollte zum Chirurgen überwiesen werden.

Topics
Schlagworte
Chirurgie (3265)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

ALS ist mit Demenz eng verwandt

Stephen Hawking ist wohl der berühmteste Patient, der an Amyotropher Lateralsklerose leidet.Forscher haben nun herausgefunden, dass ALS und temporale Demenz eng verwandte Krankheitsbilder sind. Das könnte Einfluss auf das Diagnoseverfahren haben. mehr »

Innovationsfonds startet in die Versorgungsrealität

Der Innovationsfonds ist offiziell in die Umsetzungsphase gestartet. Die 300 Millionen Euro für das Jahr 2016 teilen sich 91 Versorgungs- und Forschungsprojekte. mehr »

Sind Computer bald die besseren Psychotherapeuten?

Immer mehr Online-Psychotherapien drängen auf den Markt. Die meisten sind weder besonders einfühlsam noch allzu intelligent. Dennoch sind die Erfolge erstaunlich. mehr »