Ärzte Zeitung, 01.07.2004

Frauenärzte warnen vor Gefahr durch Varizellen

MÜNCHEN (ddp). Infizieren sich Schwangere mit Windpocken, kann dies schwerwiegende Folgen für Mutter und Kind haben, warnt der Berufsverband der Frauenärzte. Erkranken Schwangere erstmalig vor der 24. Schwangerschaftswoche, wird das Virus zu etwa 25 Prozent auf das Ungeborene übertragen.

Mögliche Folgen beim Kind: Verletzungen der Haut (Narben, Ulzera), Schädigung der Hirn- und Nervenfunktionen (Hirnatrophie, Krämpfe, Retardierung), Augenerkrankungen (Katarakt, Hornersyndrom) und Skelettanomalien/Extremitätenhypoplasie.

Der Berufsverband empfiehlt daher regelmäßige Kontrolluntersuchungen bei Windpocken in den ersten 24 Schwangerschaftswochen. In schwerwiegenden Fällen könne eine Abruptio erwogen werden. Erkrankt die Schwangere wenige Tage vor oder kurz nach der Entbindung, kann dies auch beim Baby Windpocken auslösen.

Jeder fünfte Säugling überlebt die Krankheit nicht. Zudem kann eine Windpockeninfektion im letzten Trimenon bei der Schwangeren zu einer Lungenentzündung führen. Der Berufsverband rät deshalb, Frauen im gebärfähigen Alter gegen Windpocken zu impfen.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Ärzte können künftig Medizinalhanf verordnen

Nach jahrelanger Debatte regelt das Parlament heute den Umgang mit Cannabis als Medizin völlig neu. Krankenkassen müssen künftig die Kosten im Regelfall erstatten. mehr »

Kein Schmerzensgeld für die künstliche Ernährung des Vaters

Das Münchener Landgericht hat die Klage gegen einen Hausarzt, der einen Patienten vermeintlich unnötig lange künstlich ernähren ließ, abgewiesen. Gleichwohl attestierte es einen Behandlungsfehler. mehr »

Droht Briten eine zweite Creutzfeldt-Jakob-Welle?

In Großbritannien ist ein Mann an einer ungewöhnlichen Creutzfeldt-Jakob-Erkrankung gestorben. Dies nährt Befürchtungen, wonach mehr als 20 Jahre nach der BSE-Krise eine zweite Erkrankungswelle ansteht. mehr »