Ärzte Zeitung, 11.02.2005

Haben Mütter mit Allergien oft autistische Babys?

CHICAGO (dpa). Frauen, die während der Schwangerschaft unter Asthma, Allergien oder Psoriasis leiden, bringen häufiger autistische Babys zur Welt als gesunde Frauen. US-Forscher ermittelten in einer Studie mit 88 000 Kindern, daß das Autismus- Risiko verdoppelt ist, wenn Schwangere diese Krankheiten haben.

Ganz besonders groß sei die Gefahr im zweiten Drittel der Schwangerschaft ("Archives of Pediatrics & Adolescent Medicine").

Von den 88 000 Kindern, die von 1995 bis Mitte 1999 in Nordkalifornien zur Welt kamen, wurden 420 später als autistisch erkrankt diagnostiziert.

Ein Forscherteam von Kaiser Permanente in Oakland in Kalifornien stellte die Korrelation zwischen der Erkrankung der Mütter an Psoriasis, Asthma und Allergien und der Autismus-Diagnose fest. Andere Immunkrankheiten korrelierten nicht mit dem Auftreten von Autismus bei dem werdenden Nachwuchs.

Die Forscher vermuten einen Zusammenhang zwischen den Erbanlagen für die drei Krankheiten und für Autismus. Alternativ wäre es möglich, daß das mütterliche Immunsystem zur Abwehr der eigenen Krankheit vermehrt entzündungshemmende Zytokine produziert, die der Entwicklung des fetalen Hirns schaden.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Personal-Notstand auf deutschen Intensivstationen

Auf deutschen Intensivstationen fehlen mehr als 3000 Spezialpflegekräfte. Die Krankenhäuser wollen reagieren. Das Personal denkt über einen Großstreik nach. mehr »

HIV-Impfung generiert Immunantwort

Eine Impfung gegen HIV ist in frühen klinischen Studien. Erste Ergebnisse sind positiv. mehr »

Warum die Putzhilfe glücklich macht

Putzen, Wäsche waschen, Kochen: Viele Menschen empfinden all das als nervige Pflichten. Wer Geld hat, kann andere für sich arbeiten lassen - und fühlt sich dann zufriedener. Das haben Forscher herausgefunden. mehr »