Direkt zum Inhaltsbereich

Oxybutynin bald erhältlich als Matrix-Pflaster

WIESBADEN (hsr). Patienten mit Dranginkontinenz steht Oxybutynin ab Mitte April erstmals auch als Matrix-Pflaster zur Verfügung. Vorteile des transdermalen Systems (TDS) Kentera® sind: Die verglichen mit Placebo signifikant bessere Wirksamkeit auf Inkontinenzepisoden, Miktionsfrequenz und Miktionsvolumen sowie die ähnlich geringe Rate unerwünschter Ereignisse wie Mundtrockenheit.

Veröffentlicht:

Das hat Professor Klaus Höfner vom Evangelischen Krankenhaus Oberhausen bei der Pressekonferenz zur Markteinführung der neuen Darreichungsform in Wiesbaden berichtet. Wie der Urologe auf der Veranstaltung von UCB sagte, gewährleistet die Applikation des Anticholinergikums als TDS einen minimalen gastrointestinalen und hepatischen First-Pass-Metabolismus in den aktiven Metaboliten N-Desethyloxybutynin. Dieser verursache wegen seiner hohen Affinität zu den Speicheldrüsen Mundtrockenheit - eine bekannte unerwünschte Wirkung bei oraler Behandlung mit der Substanz, die, über die Haut gegeben, aber nicht häufiger auftrete als mit Placebo. Um therapeutische Spiegel zu erzielen, sei so aufgrund des verringerten Umbaus von Oxybutynin in den Metaboliten eine reduzierte Dosis möglich.

Das belegen nach Aussage von Höfner Ergebnisse mehrerer Studien, etwa eine zwölfwöchige Studie, in der 520 Patienten mit Drang- oder Mischinkontinenz entweder das TDS mit Oxybutynin in verschiedenen Dosierungen oder Placebo erhielten. Das Matrix-Pflaster wird zweimal die Woche auf Hüfte, Gesäß oder Bauch geklebt und gibt den Wirkstoff gleichmäßig über vier Tage ab.

Dabei erwies sich das System, das täglich 3,9 mg der Substanz ausschüttet, als besonders überlegen: Die Zahl wöchentlicher Inkontinenzepisoden zum Ausgangswert nahm im Mittel um 19 (Placebo: 15), bei den vorher mit Oxybutynin Behandelten um 25 (Placebo: zehn) ab, die Miktionsfrequenz sank um 18 (versus neun Prozent), das Miktionsvolumen stieg um 15, mit Placebo um drei Prozent. Über Mundtrockenheit klagten 9,6, mit Placebo 8,3 Prozent der Patienten.

Erythema und Pruritus, meist leicht bis moderat, ließen sich durch Wechsel der Applikationsstellen und Hautpflege vorbeugen.

Mehr zum Thema

Frühe Tumorstadien

Brustkrebs-Rezidivrisiko: KI kann Multi-Gentest ersetzen oder ergänzen

Das könnte Sie auch interessieren
Chronisch rezidivierende Vulvovaginalmykosen

© Domepitipat | iStock

Lebensqualität zurückgewinnen

Chronisch rezidivierende Vulvovaginalmykosen

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Thailandpilz, Tierkontakt & Nagelpilz

© Iuliia Petrovskaia | iStock

Dermatophyten-Infektionen

Thailandpilz, Tierkontakt & Nagelpilz

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Welche Rolle spielen Biofilme bei Therapieversagen und Rückfällen?

© robertprzybysz | iStock

Persistierende Onychomykosen

Welche Rolle spielen Biofilme bei Therapieversagen und Rückfällen?

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Porträt: xxx

© Porträt: Alexander Sahi

„ÄrzteTag extra“-Podcast

Testosteronmangel: Worauf es in der Hausarztpraxis ankommt

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Besins Healthcare Germany GmbH, Berlin
Abb. 1: Diagnostik bei Harnsteinen: Prozedere bei Hochrisiko-Gruppe

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [5, 11]

Hoher Medical Need

Urolithiasis: Metaphylaxe kann hohe Rezidivrate deutlich senken

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Aristo Pharma GmbH, Berlin
Abb.  1: Indikationsübergreifendens Therapie-Monitoring in den ersten Behandlungszyklen mit Ribociclib beim HR+/HER2- Brustkrebs

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [1]

Früher und metastasierter HR+/HER2- Brustkrebs

Einfach und konsistent: indikationsübergreifendes Therapie-Management mit Ribociclib

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novartis Pharma GmbH, Nürnberg
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Dissoziation

Umgang mit Trauma und PTBS: Was kann die Hausarztpraxis leisten?

Lesetipps
Arzt mit einem Modell des männlichen Harntrakts in der Hand spricht mit einem Patienten.

© Peakstock / stock.adobe.com

Künstliche Intelligenz

Bei urologischen Problemen: Fragen Sie Chatbot „Urobert“

Eine Frau geht Walken im Park. Man sieht nur ihre Beine.

© Robert Kneschke / AdobeStock

Cochrane-Update

Körperliches Training hilft wohl doch kaum bei Hüftarthrose

Die Wissenschaftler arbeiten mit der Annahme, dass die Zellen nach dem „Auftauen“ ihre normalen physiologischen Prozesse wieder aufnehmen.

© Tomorrow.bio

Start-up

Kryokonservierung: Der Traum vom ewigen Leben