Ärzte Zeitung, 20.07.2005

Weniger Mykosen nach Immuntherapie

90 Frauen mit rezidivierender Vaginalmykose behandelt

MÜNCHEN (kat). Bei etwa einem Drittel aller Patientinnen mit vaginalen Mykosen kommt es trotz erfolgreicher Therapie immer wieder zu Rezidiven. Grund dafür ist meist ein geschwächtes vaginales Abwehrsystem. Hilfe kann hier die Stimulation der lokalen Abwehr durch eine Immuntherapie bieten.

Candida-Kultur in einer Petrischale. Die Pilze sind oft Ursache vaginaler Mykosen. Foto: Schauerte

Infektionen im Genitalbereich sind bei Frauen häufig. Meist sind Trichomonaden, Bakterien und Pilze die Auslöser. Ob es sich wirklich um eine Infektion und nicht um eine proinflammatorische Reaktion oder um eine Allergie handelt, ist aber oftmals gar nicht so leicht zu erkennen.

Darauf hat Professor Ernst Weissenbacher aus München bei einer Pressekonferenz zur 20. Internationalen Tagung über Infektionen in München hingewiesen. Hilfe bei der Differentialdiagnostik bietet nach neuen Studiendaten die Bestimmung der humoralen Scheiden-Interleukine.

Handelt es sich wirklich um eine Infektion, kann durch eine Immuntherapie die lokale Abwehr gestärkt werden. Erfolgreich hat sich diese Methode zum Beispiel in einer Pilotstudie mit 90 Patientinnen mit kulturell gesicherter chronisch-rezidivierender Vaginal-Candidose erwiesen.

Die Frauen wurden in der Vivantes-Frauenklinik am Urban in Berlin entweder mit einer Heliotherapie (sechs Wochen dreimal pro Woche Lichttherapie mit UV-B-haltigem sonnenähnlichem Spektrum in individuell ansteigender Dosis), einer antimykotischen Therapie (10 Tage Ciclopiroxolamin als Vaginalzäpfchen oder -creme) oder mit der Lactobacillus-Vakzine Gynatren® (3 x 1 Injektion i.m. alle 2 Wochen) behandelt.

Nach vorläufigen Ergebnissen konnte die Rezidivrate in allen Studiengruppen signifikant gesenkt werden -  von durchschnittlich sieben Rezidiven pro Jahr auf 2,1, 1,8 beziehungsweise 1,4 Rezidive nach Heliotherapie, Antimykotika-Therapie oder Immuntherapie.

Der Bedarf an zusätzlichen Antimykotika sank, wobei dies bei immuntherapierten Frauen am ausgeprägtesten war. Die zuvor oft erniedrigten Interleukinspiegel stiegen unter der Immuntherapie an (IL 10, 16, nicht aber die proinflammatorischen Interleukine).

Wie Kontrolluntersuchungen nach zwei Wochen sowie nach drei und sechs Monaten ergaben, hatten sich Symptome wie Brennen, Fluor und Schmerzen bereits bis zur ersten Visite gemindert und reduzierten sich nach Anwendung der Suspension aus inaktiven spezifizierten Laktobazillen im Verlauf noch weiter. Dies führte dazu, daß nur unter Immuntherapie die Lebensqualität von Visite 1 bis 3 in allen Bereich kontinuierlich anstieg.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Hohes Sterberisiko bei Ausbruch in der Adoleszenz

Wenn sich Typ-1-Diabetes in einem besonders vulnerablen Alter manifestiert, brauchen Betroffene viel Aufmerksamkeit. Sie haben ein hohes Risiko, an Komplikationen zu sterben. mehr »

100 Prozent Zustimmung

Die KBV-Vertreterversammlung präsentiert sich in neuer Einigkeit und richtet die Speere – wieder – nach außen. Klare Kante gegenüber dem Gesetzgeber und den Krankenhäusern. "Wir sind auf Kurs", meldete KBV-Chef Gassen. mehr »

Herz-Kreislauf-Risiko von Anfang an im Blick behalten!

Bei RA-Patienten sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen die wichtigste Todesursache. Die aktuellen Therapiealgorithmen zielen nicht zuletzt darauf ab, die Steroidexposition zu begrenzen. mehr »