Ärzte Zeitung, 01.08.2005

Genitalverstümmelung führt häufig zu Unfruchtbarkeit

Laut WHO zwei Millionen Mädchen pro Jahr betroffen

LONDON (dpa). Die weltweit in mehr als 30 Ländern praktizierte Genitalverstümmelung an Mädchen führt nach einer neuen Studie häufig zu Unfruchtbarkeit.

"Unsere Ergebnisse zeigen eine eindeutige Verbindung zwischen Ausmaß der Genitalverstümmelung und Unfruchtbarkeit. Dieser Zusammenhang ist nicht nur statistisch bedeutsam, sondern auch maßgeblich für die Präventivarbeit gegen den altertümlichen Brauch", schreibt der schwedische Forscher Lars Almroth vom Karolinska-Institut in Stockholm im Fachblatt "The Lancet" (366, 2005, 385).

An der Studie beteiligten sich knapp 280 Frauen aus zwei Krankenhäusern in der sudanesischen Hauptstadt Khartum. 99 Teilnehmerinnen waren unfruchtbar, 180 erstmals schwanger - alle waren als Mädchen verstümmelt worden. Dabei stellten die Forscher fest, daß insbesondere schwere Genitalverstümmelungen mit anschließender Infektion das Risiko einer Frau deutlich erhöhen, unfruchtbar zu werden.

Laut WHO werden pro Jahr zwei Millionen Mädchen genital verstümmelt. In Afrika sind 132 Millionen Frauen und Mädchen betroffen.

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