Ärzte Zeitung, 21.02.2007

Eisenmangel - oft ist Zöliakie Ursache

Bei Mangelanämie wird eine Eisen-Substitution über drei Wochen empfohlen

NEU-ISENBURG (eis). Häufige Ursachen bei Frauen mit Eisenmangel-Anämie sind Menorrhagie, aber auch Zöliakie. Daran sollte zum Beispiel bei einer 40-jährigen Frau mit Fatigue sowie einem niedrigen Hämoglobin-Wert (100 g/l) und einem Ferritin-Wert von 5 µg/l gedacht werden.

Diesen Tipp geben die Kollegen Dr. Tony Todd und Dr. Tim Caroe aus Cambridge in Großbritannien (BMJ 334, 2007, 259).

Bei vier Prozent der Frauen sei die Eisenmangel-Anämie ein Zöliakie-Symptom, so die Kollegen. Ungeklärter Gewichtsverlust, Diarrhoe und Bauchweh können dabei Hinweise sein. Ebenso können Medikamente wie Antikoagulantien oder NSAR Blutungen auslösen oder verstärken. Allerdings sei etwa Warfarin nur selten die alleinige Ursache schwerer Hämorrhagien im Darm oder im Urogenital-System.

Als weitere Ursachen kämen auch eine kurz zurückliegende Geburt, Stillen oder Blutspende infrage, so die Ärzte. Falsche Ernährung sei hingegen in Industrieländern selten die Ursache einer Eisenmangel-Anämie.

Was ist zu tun? Kommen zu der Anämie Magen-Darm-Symptome hinzu, sollte zu einem Gastroenterologen überwiesen werden. Ebenso wenn es familiäre Häufungen von Darmkrebs gibt (zwei Verwandte ersten Grades betroffen oder ein Verwandter im Alter unter 45 Jahre).

Bei Eisenmangel-Anämie wird zur Substitution über drei Monate geraten (etwa zum Start 200 mg Eisensulfat dreimal täglich). Auf unerwünschte Wirkungen wie Verstopfung sollten Patienten hingewiesen werden. Sie sollten auch wissen, dass Compliance wichtig ist, die Substitution aber nicht die Anämie-Ursache beseitigt. Nach drei Wochen ist eine Kontrolle ratsam. Ist das Hb weniger als 20 g/l gestiegen, dann deute dies etwa auf Malabsorption, Blutverlust oder Compliance-Probleme.

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