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Präeklampsie

Biomarker-Test kann Mutter und Kind schützen

Ein neuer Test auf einen Wachstumsfaktor hilft bei der Diagnose einer Präeklampsie, und erhöht so den Schutz von Mutter und Kind.

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BERLIN. Es trifft eine von zwanzig Schwangerschaften und ist die häufigste Ursache dafür, dass Mutter und Kind erkranken oder gar sterben: die Präeklampsie. Mit Hilfe von Biomarker-Tests ist es jetzt möglich, die Diagnosefindung zu erleichtern und zwischen einer Früh- und einer Spätform der Erkrankung zu unterscheiden.

Dies erlaube Ärzten voraussichtlich eine gezieltere Behandlung und damit mehr Sicherheit für Mutter und Ungeborenes, heißt es in einer Mitteilung der Deutschen Hochdruckliga e.V. DHL® - Deutsche Gesellschaft für Hypertonie und Prävention im Vorfeld ihrer 38. Jahrestagung vom 11. bis 13. Dezember 2014 in Berlin.

Wachstumsfaktor sinkt bei plazentarer Präeklampsie

Forscher entdeckten, dass bei einer plazentaren Präeklampsie der Wachstumsfaktor "placenta growth factor" (PIGF) im Blut absinkt (Hypertension 2013, 61: 932-942). "Wir stellen bei diesen Frauen eine signifikant geringere Konzentration von PlGF fest, und zwar bereits bevor die plazentare Präeklampsie ausgebrochen ist", wird Privatdozent Ralf Dechend vom Heliosklinikum Berlin und Arbeitsgruppenleiter an der Charité-Campus Buch zitiert.

Bei normal verlaufenden Schwangerschaften steigt dieser Biomarker kontinuierlich bis zur 33. Schwangerschaftswoche an. Mit der Erhebung des PIGF sei erstmals eine Funktionsprüfung der Plazenta möglich. Dadurch könnten die beiden Formen der Präeklampsie besser voneinander unterschieden werden.

Denn auch bei der späten Form fällt der Wachstumsfaktor nicht ab. Diese sogenannte maternale Präeklampsie betrifft häufig übergewichtige Frauen, die bereits vorher einen erhöhten Blutdruck hatten. Der Präeklampsie liegt dann eine allgemeine Entzündungsreaktion im Körper der Mutter zugrunde.

Ein Bluttest auf den Wachstumsfaktor sei bereits im Einsatz, so die Hochdruckliga. Da PlGF über die Nieren auch in den Urin der Mutter gelangt, könnte ein Urintest im klinischen Alltag das Screening erleichtern.Unbehandelt kann Präeklampsie zu epileptischen Krämpfen, Schlaganfall, Blutungen und in seltenen Fällen zu tödlichem Organversagen bei Schwangeren führen.

Auch die Gesundheit und das Leben des ungeborenen Kindes sind gefährdet. "Bluthochdruck ist ein ernst zu nehmendes Warnzeichen für diese Erkrankung. Daher muss bei allen Schwangeren der Blutdruck regelmäßig kontrolliert werden.", sagt Professor Martin Hausberg, Vorstandsvorsitzender DHL® aus Karlsruhe.Ursachen für Präeklampsie noch unbekannt.

Die genauen Ursachen für Präeklampsie sind noch unbekannt. "Neuere Klassifikationen teilen die Erkrankung nach ihrem Auftreten vor der 34. Schwangerschaftswoche in eine frühe, und danach in eine späte Form der Präeklampsie ein", so Privatdozent Dr. med. Ralf Dechend, Oberarzt am Heliosklinik Berlin und Arbeitsgruppenleiter an der Charité-Campus Buch in der Mitteilung.

Die frühe Form geht vom Mutterkuchen aus, der Plazenta, die das ungeborene Kind mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Diese "plazentare Präeklampsie" beeinträchtigt mitunter das Wachstum des Kindes. Und auch die Mutter ist dadurch gefährdet, so dass sich die Geburtshelfer häufig für eine frühzeitige Entbindung entscheiden. (eb)

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