Ärzte Zeitung, 27.05.2005

Malariavakzine für Kinder in Sicht

Schutz vor schweren Verläufen / Impfstoff könnte 2010 eingeführt werden

MADRID (eis). Nach Jahrzehnten Forschungsarbeit ist jetzt ein Malaria-Impfstoff für Kinder in Sicht. Die Vakzine bietet zwar nur einen etwa 30prozentigen Schutz gegen Infektionen, verhindert aber zu 58 Prozent schwere Verläufe wie zerebrale Malaria oder schwere Anämie.

Für Afrikaner sind Moskitonetze bisher der beste Malariaschutz. Foto: dpa

Diese Ergebnisse einer Phase-II-Studie mit über 2000 Kindern im Alter unter vier Jahren in Mozambique hat Dr. Joe Cohen von GlaxoSmithKline (GSK) bei einer Presseveranstaltung seines Unternehmens in Tres Cantos bei Madrid vorgestellt. Ein Teil der Kinder war in der Studie dreimal mit dem Impfstoff RTS,S/AS02A geimpft worden (wir berichteten).

In den folgenden sechs Monaten wurden alle Malaria-Erkrankungen registriert. Dabei war die Malaria-Prävalenz in der Verumgruppe um 37 Prozent im Vergleich zur Kontrollgruppe vermindert. Gegen schwere Erkrankungen habe sich insgesamt ein Schutz von 58 Prozent und bei Kindern unter zwei sogar von 77 Prozent ergeben, so Cohen.

Wegen der besonders guten Wirksamkeit in den ersten Lebensmonaten soll die Vakzine jetzt bei Säuglingen geprüft werden. Zudem werde 2006 die Verträglichkeit des Impfstoffs mit anderen Vakzinen des Impfkalenders überprüft. Phase-III-Studien sollen 2007 beginnen. Das Unternehmen hofft, die Vakzine bis 2009 oder 2010 auf den Markt bringen zu können, sagte Cohen.

Den neuen Malaria-Impfstoff entwickelt GSK gemeinsam mit der Malaria Vaccine Initiative (MVI), die wiederum von der Bill and-Melinda-Gates-Foundation gefördert wird.

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Ein Malaria-Impfstoff wird in Afrika dringend benötigt - eine erste Vakzine könnte es in fünf Jahren geben

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