Forschung und Praxis, 21.11.2005

H.p.-Eradikation bringt hervorragende Langzeiterfolge bei MALT-Lymphomen

Bei Patienten mit MALT-Lymphomen des Magens im Stadium I ist die Eradikation von Helicobacter pylori (H.p.) die akzeptierte Standardtherapie. In diesem frühen Erkrankungsstadium ist das uni- oder multilokuläre Lymphom auf die Magenwand beschränkt, es findet sich kein Lymphknotenbefall.

Bei 70 bis 80 Prozent der Patienten mit MALT-Stadium I kommt es zu einer Regression. Doch erst seit kurzem gibt es Daten, die untermauern, daß dieser Therapieeffekt auch langfristig anhält.

Professor Wolfgang Fischbach vom Klinikum Aschaffenburg hat in einer Studie 95 Patienten mit frühem MALT-Lymphom, die eine Eradikationstherapie erhalten hatten, über im Mittel fast 50 Monate nachbeobachtet (Gut 53, 2004, 34). Die Patienten erhielten dann erneut eine Gastroskopie mit Biopsie. Wie Fischbach in Berlin sagte, befanden sich 65 Prozent der Patienten weiterhin in einer stabilen, kompletten Remission.

Weitere 16 Prozent hatten Zeichen einer minimalen Resterkrankung (MRD), bei der der endoskopische Befund normal ist, histologisch aber noch Infiltrate nachweisbar sind. Nur bei einem Patienten war die Erkrankung fortgeschritten, die übrigen Patienten befanden sich in Teilremission.

"Die Eradikation ist eine echte Chance, die Erkrankung dauerhaft zu heilen", faßte Fischbach die Resultate seiner Langzeitstudie zusammen, die auch von einer gerade publizierten Untersuchung von Kollegen der Philipps-Universität Marburg bestätigt werden (J Clin Oncol 23, 2005, 8018).

Dies gelte auch für die Patienten, bei denen sich im Verlauf noch eine minimale Resterkrankung nachweisen lasse. Bisher seien diese Patienten häufig bestrahlt oder operiert worden oder hätten eine Chemotherapie erhalten. Das sei eine unnötige Überbehandlung, so Fischbach.

Er empfiehlt stattdessen eine Strategie des Abwartens mit engmaschigen Kontrollen. In einer internationalen Fallserie, bei der 108 Patienten mit MRD über im Mittel 3,5 Jahre nachbeobachtet wurden, befand sich rund ein Drittel der Patienten beim endoskopischen Follow-Up in einer kompletten Remission.

Knapp zwei Drittel waren weiterhin im MRD-Stadium. Und bei sechs Prozent der Betroffenen kam es zur Progression, davon bei einem Patienten zu einer Transformation in ein hochmalignes Lymphom. (gvg)

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