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Malaria-Impfstoff für Entwicklungsländer in Sicht

BERLIN (gvg). Die Studienergebnisse stimmen optimistisch. Läuft alles nach Plan, könnte im Jahr 2010 GlaxoSmithKline eine Malaria-Vakzine zur Zulassung einreichen. Schon jetzt werden Vorbereitungen für den Masseneinsatz getroffen.

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Dr. Joe Cohen ist bei GSK verantwortlich für die Impfstoffentwicklung. Er ist sich sicher: "Die Malaria-Vakzine ist ein Durchbruch". Der Erkrankung, an der vor allem in Afrika, Südamerika und Indien pro Jahr mehr als eine Million Menschen, meist Kinder, sterben, könnte zumindest ein Teil ihres Schreckens genommen werden.

Der Malaria-Impfstoff schwächt den Verlauf der Erkrankung ab

Der Impfstoff richtet sich gegen ein Oberflächeneiweiß der Plasmodien, das diese in einem frühen Stadium der Infektion exprimieren.

Die Impfung verhindert nicht die Infektion und damit die Ausbildung einer im Erwachsenenalter protektiven Immunantwort, sondern schwächt lediglich den Verlauf der Krankheit ab. In einer doppelblinden, placebokontrollierten Studie mit zweitausend Kindern zwischen einem und vier Jahren in Mocambique konnte dies belegt werden. Die Impfung ergab zwar nur einen 30prozentigen Schutz gegen Malaria-Infektionen, aber gegen schwere Erkrankungen wie zerebrale Malaria wurde ein 58prozentiger Schutz ermittelt.

Besonders wirksam war die Vakzine bei den unter Zweijährigen, die zu 77 Prozent vor schweren Verläufen geschützt wurden. Der nächste Schritt sind jetzt Sicherheits- und Effektivitätsstudien in der Gruppe, die die eigentliche Zielgruppe der Impfung ist, nämlich bei Kindern im typischen Impfalter von vier bis sechs Monaten, hat Cohen auf einer Veranstaltung von GSK in Berlin berichtet.

Treten dabei keine Probleme auf, dann soll im Jahr 2008 in Afrika eine internationale Multizenterstudie starten, die 2010 im Zulassungsantrag münden könnte. Weil dadurch Massenimpfungen anstehen könnten, beginnt GSK bereits heute mit dem Aufbau der Produktionskapazitäten, die primär in Rixensart in Belgien angesiedelt sein sollen.

Malaria-Vakzine sind primär für Entwicklungsländer gedacht

Die Malaria-Vakzine ist primär für Entwicklungsländer gedacht und soll auch dort als erstes zugelassen werden. Walter Vandersmissen von GSK machte darauf aufmerksam, daß bei solchen Impfstoffen ganz andere Vorbereitungen zu treffen sind als bei Substanzen für Industrienationen.

So muß vor Ort die Infrastruktur geschaffen werden, um Massenimpfungen überhaupt zu ermöglichen. Dies geschehe bei der Malariavakzine unter anderem mit Unterstützung der Malaria Vaccine Initiative (MVI), die auch die klinische Entwicklung der Vakzine finanziell unterstützt.

Die MVI wird von der Bill & Melinda Gates Foundation finanziell gefördert.

Weitere Informationen zur Malaria Vaccine Initiative (MVI) gibt es unter www.malariavaccine.org

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