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Europäer exportieren die Masern

WIESBADEN (ug). Zum Check des Impf-Status von Reisenden gehört auch, den Masern-Schutz zu kontrollieren. Denn Europäer exportieren zunehmend Masern in andere Länder, sagte Privatdozent Hans-Dieter Nothdurft von der Universität München auf dem Internisten-Kongress in Wiesbaden.

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In Australien und den USA etwa gebe es deshalb nun ernsthafte Überlegungen, die Masern-Impfung zu einer Pflichtimpfung für Einreisende aus Europa zu machen. Denn die eigene Bevölkerung habe keine Immunität gegen die potenziell tödliche Infektion.

Seit 1999 gebe es in Europa wieder "echte Masern-Epidemien" mit teilweise schweren Verläufen und Todesfällen, so der Tropenmediziner. Im vergangenen Jahr wurden zum Beispiel in Nordrhein-Westfalen und in Sachsen etwa 2000 Masern-Patienten registriert.

Grund für diese Ausbrüche sei die zunehmende Impfmüdigkeit in Europa. So hätten Studien aus der Schweiz und Italien ergeben, dass vor allem Menschen erkrankt waren, die nur eine Masern-Impfung statt der standardmäßigen zwei Impfungen hatten. "Das ist ein epidemiologischer Beweis, dass man für einen sicheren Schutz gegen Masern wirklich zwei Impfungen braucht."

Für die Reisemedizin ist das Thema Masern zunehmend wichtig. "Denn wir Europäer exportieren eine potenziell tödliche Krankheit", so Nothdurft. Nach Venezuela etwa, wo es kein Masern-Risiko gegeben hatte, wurden die Masern jetzt aus Spanien eingeschleppt. Aus Deutschland kamen die Masern nach Australien. In einigen Ländern Afrikas sind Patienten an aus Europa eingeschleppten Masern-Viren gestorben. Nothdurft legt den Kollegen deshalb ans Herz, bei der reisemedizinischen Beratung die Masern nicht zu vergessen.

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