Direkt zum Inhaltsbereich

Neue Belege: Impfung gegen HPV schützt vor Zervixkrebs-Vorstufen

NEU-ISENBURG (ikr). Die Impfung mit einer Vakzine, die sich gegen die humanen Papillomaviren (HPV) vom Typ 16 und 18 richtet, schützt junge Frauen zuverlässig vor schweren Zervixdysplasien (Krebsvorstufen). Das belegen erste Ergebnisse einer großen Phase-III-Studie mit mehr als 18 000 Frauen.

Veröffentlicht:

Geprüft wird eine HPV-Vakzine von GlaxoSmithKline, deren EU-Zulassung unter dem Namen Cervarix® in Kürze erwartet wird. Auf dem Markt ist bereits der Impfstoff Gardasil®, der sich gegen die HPV-Typen 16 und 18 sowie gegen die warzenauslösenden Virustypen 6, und 11 richtet.

In der neuen Studie wurden 9319 Frauen zwischen 15 und 23 Jahren gegen HPV 16 /18 geimpft. Die 9325 Frauen gleichen Alters in der Kontrollgruppe erhielten eine Hepatitis-A-Vakzine (The Lancet 369, 2007, 2161). An der Studie nehmen auch Frauen teil, die bereits vor der Impfung mit krebsauslösenden HPV-Typen infiziert waren sowie Frauen, die schon eine leichte Zervixdysplasie hatten.

Die Frauen waren jedoch sero- und DNA-negativ für die HPV-Typen 16 und 18. Primärer Endpunkt der Studie ist der Schutz vor schweren Zervixdysplasien, In-situ-Karzinomen und invasiven Zervix-Karzinomen, die mit HPV 16 oder HPV 18 assoziiert sind. Diese beiden Virustypen lösen zusammen etwa 70 Prozent aller Zervix-Karzinome aus.

Eine erste Auswertung von Studiendaten nach im Mittel 15 Monaten hat jetzt ergeben: Zwei von den gegen HPV geimpften Frauen hatten eine schwere HPV-16- oder -18-assoziierte Zervixdyplasie (CIN II oder CIN III). In der Kontrollgruppe waren es jedoch 21. Mit der HPV-Impfung waren die Frauen zu 90 Prozent vor schweren Dysplasien geschützt. "Bei 14 der 23 Frauen mit schweren Dysplasien wurden außer HPV 16 oder 18 noch andere krebsauslösende Virustypen gefunden", sagte Impfexperte Dominique Descamps von GSK bei einer Telefonkonferenz des Unternehmens. Dazu gehörten auch die beiden gegen HPV 16 /18 geimpften Frauen.

Die HPV-Impfung schützt auch zu 80 und 76 Prozent vor einer persistierenden Infektion mit HPV 16 und 18. Sie gilt als starker Risikofaktor für Krebs. Schutz besteht nach der Impfung offenbar auch vor Infektionen mit HPV 45 und 31. Darauf geben die Daten neue Hinweise. Die beiden Virustypen sind Auslöser für weitere zehn Prozent der Zervix-Karzinome.

Beide Vakzinen in der Studie wurden gut vertragen. Mit der HPV-Vakzine gab es jedoch häufiger Schmerzen, Schwellungen und Rötungen an der Einstichstelle. Die Symptome waren nach wenigen Tagen wieder verschwunden.

Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Jugendliche die schon früh, ohne Eltern in die Sprechstunde kommen, werden selbstständiger.

© Racle Fotodesign / stock.adobe.com

Typ-1-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen

Wie gelingt der Übergang vom Pädiater in die Erwachsenenmedizin?

Frauen erhalten eine andere und meist schlechtere Behandlung als Männer. Sie sind häufiger vom Medical Gaslighting betroffen, insbesondere in der Kardiologie.

© NPS Studio / stock.adobe.com

Hormone, Schwangerschaft, Wechseljahre

Warum ein Diabetes Frauen anders trifft als Männer

Chronisch rezidivierende Vulvovaginalmykosen

© Domepitipat | iStock

Lebensqualität zurückgewinnen

Chronisch rezidivierende Vulvovaginalmykosen

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Thailandpilz, Tierkontakt & Nagelpilz

© Iuliia Petrovskaia | iStock

Dermatophyten-Infektionen

Thailandpilz, Tierkontakt & Nagelpilz

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Welche Rolle spielen Biofilme bei Therapieversagen und Rückfällen?

© robertprzybysz | iStock

Persistierende Onychomykosen

Welche Rolle spielen Biofilme bei Therapieversagen und Rückfällen?

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema

Opioid-induzierte Obstipation

Paradigmenwechsel in der Behandlung: Vom Stuhl zum Nervensystem

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Grünenthal GmbH, Aachen
Abb. 1: Die kardiorenalmetabolische Organachse: ganzheitliche Versorgung durch interdisziplinäre Zusammenarbeit (Quelle: Michalopoulou E et al., J Clin Med 2025, 14:428)

© Springer Medizin Verlag

Biomarker gegen Diabetes-Folgen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Diagnostics Deutschland GmbH, Mannheim
Porträt: xxx

© Porträt: Alexander Sahi

„ÄrzteTag extra“-Podcast

Testosteronmangel: Worauf es in der Hausarztpraxis ankommt

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Besins Healthcare Germany GmbH, Berlin
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Exotisches Streetfood

Reisediarrhö: „Durchgegart“ muss nicht viel heißen

Lesetipps