Ärzte Zeitung, 13.11.2007

Mit Budesonid plus UDCA geht Fibrose zurück

DRESDEN (gvg). Bei Leberfibrose kann eine Kombitherapie mit Budesonid und Ursodeoxycholsäure (UDCA) eine echte Rückentwicklung des bindegewebigen Umbaus erreichen. Wichtig ist ein früher Therapiebeginn.

"Die Kombination beeinflusst die Gewebsveränderungen in der Leber deutlich günstiger als UDCA allein", betonte Professor Tilman Sauerbruch von der Universität Bonn. Als Beleg zitierte er auf der Falk Gastro-Konferenz in Dresden eine randomisiert-kontrollierte Studie bei Patienten mit primär-biliärer Zirrhose (PBC).

Die Patienten erhielten entweder 6 mg Budesonid (zum Beispiel Budenofalk®) plus 15 mg UDCA pro Kilogramm Körpergewicht (etwa Ursofalk®) pro Tag oder aber nur UDCA. Die Therapie lief über einen Zeitraum von drei Jahren. Zu Beginn und am Ende wurde jeweils die Leberhistologie beurteilt.

Mit der Kombitherapie verbesserte sich das PBC-Stadium im Mittel um 22 Prozent. Mit der Monotherapie verschlechterte es sich um ein Fünftel, so Sauerbruch auf der von der Falk Foundation unterstützten Veranstaltung. Auch die histologische Ausprägung der Fibrose ging um ein Viertel zurück, verglichen mit einer Zunahme um 70 Prozent im Kontrollarm. Sauerbruch betonte, dass protektive Effekte vor allem bei einer frühen Dauertherapie zu erwarten seien: Gerade UDCA ist ein Medikament, das eher früh im Krankheitsverlauf seinen vollen Nutzen entfaltet.

Topics
Schlagworte
Innere Medizin (34114)
Organisationen
Uni Bonn (477)
Wirkstoffe
Budesonid (204)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Was neue Onkologika den Patienten tatsächlich bringen

Ist das Glas halb voll oder halb leer? Neue Onkologika haben die Überlebenszeit von Krebspatienten in den vergangenen zwölf Jahren im Schnitt um 3,4 Monate verlängert. Dieser Vorteil geht oft zulasten der Sicherheit. mehr »

Kassen und KBVdrücken aufs Tempo

Bisher trat die Selbstverwaltung bei der Digitalisierung eher als Bremser auf. Bei den Formularen geben KBV und Kassen jetzt Gas: Im Juli kommt der digitale Laborauftrag. mehr »

"Weiterbildung auch mit Kind zügig möglich - im Verbund!"

Eine strukturierte Weiterbildung, die auch mit Elternzeit nur sechs Jahre dauert? Das ist möglich, sagt Dr. Sandra Tschürtz. Die angehende Allgemeinmedizinerin steht vor ihrer Facharztprüfung – und blickt für die "Ärzte Zeitung" auf ihre Zeit in einem Weiterbildungsverbund zurück. mehr »