Ärzte Zeitung, 30.06.2006

Dopamin-Agonist hilft gegen Restless Legs rasch und lange

Mit Ropinirol wird die Schlafqualität von RLS-Patienten besser / Zur Verstärkung oder Verlagerung der Symptome kommt es selten

HAMBURG (grue). Fast jeder Patient mit Restless-Legs-Syndrom (RLS) hat Probleme beim Einschlafen. Auch dagegen hilft eine Therapie mit dopaminergen Arzneien. Aber vor allem verschwinden damit die quälenden Mißempfindungen in den Beinen.

Mit dem Präparat Ropinirol (Adartrel®) steht seit kurzem ein neues Medikament für Patienten mit RLS zur Verfügung. In den Zulassungsstudien ließen sich damit die Beschwerden durch RLS signifikant lindern, und die Schlafqualität wurde besser.

"Unter dopaminergen Substanzen wie Ropinirol gibt es auch weniger nächtliche periodische Beinbewegungen, die den Schlaf bei RLS-Patienten zusätzlich stören können", sagte Privatdozentin Dr. Juliane Winkelmann vom Max-Planck-Institut für Psychiatrie in München.

    Bei richtiger Dosierung verschwinden die Symptome fast vollständig.
   

Ropinirol sei eine Therapieoption für Patienten mit mittelschwerem oder schwerem idiopathischen RLS. Diese Patienten haben starke Mißempfindungen in den Gliedmaßen während längerer Ruhepausen und dadurch auch erhebliche Schlafstörungen.

"Dagegen helfen dopaminerge Substanzen so gut, daß die Beschwerden bei richtiger Dosierung der Medikamente vollständig verschwinden können", sagte Winkelmann auf einer Veranstaltung des Unternehmens GlaxoSmithKline in Hamburg.

Die Dosis des nicht-ergolinen Dopamin-Agonisten Ropinirol wird langsam auf 2 mg täglich gesteigert. Bereits in der ersten Behandlungswoche verringerten sich die Beschwerden deutlich, so Winkelmann. Bei einmal täglicher Einnahme sei Ropinirol langfristig wirksam. Zu einer Augmentation, also eine Verstärkung der Symptome oder einer Verlagerung der Symptome von den Nacht- auf die Tagesstunden, komme es relativ selten.

Anders verhalte es sich, wenn die Patienten mit L-Dopa behandelt werden: In offenen Studien wurden mit L-Dopa Augmentationsraten zwischen 30 und 80 Prozent ermittelt. "Solche Patienten müssen mehr L-Dopa einnehmen, allerdings darf die Höchstmenge nicht über 400 mg täglich liegen", so Winkelmann.

Aus diesem Grund seien Dopamin-Agonisten eine interessante Alternative zu L-Dopa, zumal die meisten Patienten darauf gut ansprechen. Im Gegensatz dazu haben Opioide in der Therapie von Patienten mit RLS keinen großen Stellenwert, außer bei Patienten mit sehr starken Beschwerden.

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