Ärzte Zeitung, 13.06.2006

Ropinirol auch gegen Restless Legs

Nachtschlaf wird verbessert / Mißempfindungen in den Beinen werden gelindert

HAMBURG (grue). Der Dopamin-Agonist Ropinirol ist nun zur Therapie beim Restless-Legs-Syndrom (RLS) zugelassen worden. Mit 2 mg täglich ist damit in Studien der Schlaf verbessert und sind Mißempfindungen in den Beinen gelindert worden.

Ropinirol wird als ReQuip® bereits bei Morbus Parkinson verwendet. Nun steht es in Form niedrig-dosierter Tabletten als Adartrel® auch für Patienten mit mittelschwerem und schwerem idiopathischem RLS  zur Verfügung: in vier Dosierungen von 0,25 bis 2 mg. Die niedrigste Dosis gibt es als Starterpackung für die erste Therapiewoche, wurde bei einer Veranstaltung des Unternehmens GlaxoSmithKline in Hamburg berichtet. Die höheren Dosierungen sind für die Langzeittherapie.

Studien mit über 900 RLS-Patienten hätten belegt, daß mit 2 mg Ropinirol täglich die RLS-Symptome in den Beinen signifikant zurückgingen, berichtete Professor Claudia Trenkwalder aus Kassel. Außerdem schliefen die Patienten nachts ruhiger, und sie waren tagsüber weniger müde. "Auch störende Beinbewegungen im Schlaf sind bei der Ropinirol-Therapie seltener", sagte Trenkwalder.

Von insgesamt 390 Patienten, die seit über einem Jahr mit der Substanz effektiv behandelt werden, entwickelten weniger als vier Prozent eine Symptomverstärkung oder -verschiebung auf den Tag. Eine solche Augmentation sei unter L-Dopa viel häufiger und schränke den Nutzen der Langzeittherapie ein, sagte Trenkwalder.

Dopamin-Agonisten werden in Leitlinien zusammen mit L-Dopa als Mittel der ersten Wahl für die RLS-Therapie genannt. Ropinirol wirke schon in der ersten Woche besser als Placebo und bringe schnell die ersehnte Nachtruhe. Als unerwünschte Wirkungen können Übelkeit und Kopfschmerzen vorkommen - aber meist nur zu Beginn oder bei zu schneller Dosis-Steigerung.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Resistente Keime bedrohen Fortschritte aus Jahrzehnten

Jeder vierte Todesfall durch Antibiotika-resistente Keime weltweit wird durch Tuberkulose (TB) bedingt. Um die Situation zu verbessern, reichen neue Arzneien aber nicht aus, betonen TB-Experten. mehr »

Regelmäßiges Frühstück ist offenbar gut fürs Herz

Wer regelmäßig frühstückt, beugt damit offenbar kardiovaskulären Erkrankungen vor, berichtet die American Heart Association (AHA). mehr »

Sperma-Check per Smartphone-App

Millionen von Paaren weltweit wollen ein Kind, doch es klappt nicht. Die Ursachen liegen in etwa der Hälfte der Fälle beim Mann. Ein einfacher Test könnte Männern künftig die Untersuchung ihres Spermas erleichtern. mehr »