Ärzte Zeitung, 20.10.2008

Setron bremst verzögertes Erbrechen besonders gut

Palonosetron hat eine lange Halbwertszeit / Ansprechrate ist hoch / Wirksamkeit hält an

STOCKHOLM (sh). Der 5-HT3Rezeptorantagonist Palonosetron verhindert vor allem die verzögerte, durch Chemotherapie-induzierte Übelkeit und das Erbrechen besser als die klassischen 5-HT3-Rezeptorantagonisten.

Palonosetron verhält sich pharmakologisch anders als die Serotonin-Rezeptorantagonisten der ersten Generation. Mit 40 Stunden hat es eine deutlich längere Halbwertszeit.

Als Beispiel für die überlegene Wirksamkeit von Palonosetron stellte Professor Steven Grunberg aus Burlington in den USA eine aktuelle multizentrische Phase-III-Studie aus Japan vor. Bei 1114 Chemotherapie-Patienten wurden randomisiert und doppelblind Wirksamkeit und Verträglichkeit von Palonosetron (0,75 mg) und Granisetron (40 µg/kg KG) verglichen. Alle Patienten erhielten am ersten bis zum dritten Tag zusätzlich Dexamethason, wie Grunberg beim ESMO-Kongress in Stockholm berichtete.

In der akuten Phase waren Palonosetron und Granisetron gleich wirksam. In der verzögerten Phase sprachen auf Palonosetron jedoch fast 57 Prozent und über die gesamte Beobachtungsdauer von 120 Stunden knapp 52 Prozent der Patienten an. Damit war es signifikant stärker wirksam als Granisetron mit Ansprechraten von 44,5 und 40,4 Prozent.

Weil es für Übelkeit und Erbrechen durch Chemotherapie in der akuten und der verzögerten Phase möglicherweise unterschiedliche Mechanismen gibt, könnte nach Ansicht Grunbergs die Kombination von Therapien sinnvoll sein.

In einer offenen Phase-II-Studie wurde deshalb eine Dreifachtherapie aus Palonosetron (0,25 mg i. v.), Aprepitant und Dexamethason geprüft. 58 Patienten mit mäßig emetogener Chemotherapie erhielten drei Tage lang Aprepitant und Dexamethason, an Tag 1 zusätzlich Palonosetron. In der akuten Phase sprachen 88 Prozent komplett an, in der verzögerten Phase 78 Prozent. Bei mehr als 90 Prozent der Patienten kam es nicht zum Erbrechen. In der akuten Phase empfanden 71 Prozent der Patienten keine Übelkeit, hieß es bei einem Symposium des Unternehmens Helsinn.

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