Ärzte Zeitung, 08.06.2004

KOMMENTAR

Varizellen könnten bald selten werden

Von Wolfgang Geissel

Windpocken verlaufen bei den meisten Kindern leicht und ohne Folgen. Trotzdem rät die Ständige Impfkommission, künftig alle Kinder dagegen zu impfen.

Auch für Deutschland gibt es nämlich immer mehr Belege für relativ häufige Komplikationen: meist bakterielle Superinfektionen wie Otitis media, Bronchitis, Pneumonie, aber auch ZNS-Erkrankungen wie Meningitis oder Enzephalitis sind möglich.

Hinzu kommen hohe Kosten durch die Betreuung kranker Kinder (geschätzt werden jährlich über 400 000 Krankengeldtage durch Varizellen in Deutschland). In den USA ist nach fünf Jahren Impfung für alle Kleinkinder und bei Impfraten um 80 Prozent die Inzidenz von Varizellen in der Bevölkerung um mehr als 80 Prozent zurückgegangen.

Entscheidend ist jetzt, daß in Deutschland ähnlich hohe Impfraten erreicht werden, damit das Varizellen-Impfprogramm ein Erfolg wird.

Lesen Sie dazu auch:
Gegen Windpocken sollen künftig alle Kinder geimpft werden

Lesen Sie dazu auch den Hintergrund:
Schwangere brauchen Schutz gegen Windpocken - sonst sind schwere Komplikationen möglich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Epidemiologische Kaffeesatzleserei?

Verursacht oder verhindert der Konsum von Kaffee Krankheiten? Die Klärung solcher Fragen zur Ernährung ist methodisch ein richtiges Problem. mehr »

Trotz Budgetierung gute Chancen auf Mehrumsatz

Seit vier Jahren steht das hausärztliche Gespräch als eigene Leistung im EBM (03230) . Immer wieder ist daran herumgeschraubt worden. mehr »

Erstmals bekommt ein Kind zwei Hände verpflanzt

Ein achtjähriger Junge mit einer tragischen Krankheitsgeschichte bekommt zwei neue Hände. Die Op ist ein voller Erfolg: Anderthalb Jahre später kann er schreiben, essen und sich selbstständig anziehen. mehr »