Ärzte Zeitung, 24.11.2005

Online-Portal zu Therapien bei Kindern

DÜSSELDORF (grue). Ein Internetportal zur Pädiatrie und Kinderchirurgie haben die Universität Münster und die Gemini AG, Gesellschaft für Wissenstransfer, erstmals bei der Medica in Düsseldorf präsentiert. In Kürze können sich Ärzte dort über Therapieoptionen informieren und die Angebote von 23 europäischen Kliniken vergleichen.

Weitere pädiatrische Zentren aus Boston, Peking und Tokio haben bereits ihre Teilnahme zugesagt. Das vom Unternehmen Microsoft unterstützte Projekt will damit speziell den Wissenstransfer in Länder mit medizinischer Unterversorgung fördern. Dabei ist eine mehrsprachige Kommunikation vorgesehen, etwa in deutsch, englisch und chinesisch.

Herzstück des Online-Angebotes dürfte der Chatroom werden, in dem sich Ärzte über Diagnostik- und Behandlungsstrategien austauschen können. Bereits jetzt wurden über 1000 ungewöhnliche Krankheitsverläufe für die Fachdatenbank aufbereitet. Aber auch besonders einfache und kostengünstige Therapien sollen nach Angaben von Professor Günter Willital von der Universität Münster diskutiert werden.

Der Kinderchirurg nannte als Beispiel die Stuhl-Inkontinenz bei Schulkindern. Die Kinder würden oft nicht oder nur unzureichend behandelt, sagte Willital bei einer Veranstaltung der Deutschen Gesellschaft für Kontinenz. Es sei zum Beispiel kaum bekannt, daß es diskrete Hilfsmittel gibt, die den Darm für mehrere Stunden abdichten.

Ein dafür geeigneter Tampon wurde von der Kinderchirurgie der Universität Münster entwickelt und patentiert. Optionen seien auch Elektro- und Biofeedback-Therapie, die auch kombiniert werden können. Informationen über solche und viele andere Neuerungen finden sich demnächst im Internetportal - die Internetadresse soll bald bekannt gegeben werden.

Topics
Schlagworte
Pädiatrie (8565)
Medizinethik (2051)
Organisationen
Microsoft (215)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs. Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko stark erhöht. mehr »

Ausschuss reißt Frist des Gesetzgebers

Das neue Qualitätsmaß für Pflegeheime gerät in Verzug. Eine Studie bietet eine Alternative an. mehr »

Jeder dritte Demenz-Fall vermeidbar

Finge die Demenz-Prävention bereits in der Kindheit an, könne die Krankheit bei einem Drittel aller Erwachsenen verhindert werden – so eine Studie. mehr »