Ärzte Zeitung, 20.05.2008

Misshandlung von Kindern in allen Schichten

GREIFSWALD (dpa). Kindesmisshandlungen sind nach Ansicht von Pädiatern nicht nur ein Problem in sozial benachteiligten Familien. Ein Hauptrisikofaktor, der "soziale Stress", sei auch bei besser situierten Eltern anzutreffen.

Darauf hat Professor Christoph Fusch vom Universitätsklinikum Greifswald auf der Jahrestagung der Norddeutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin hingewiesen. Nach offiziellen Zahlen sterben in Deutschland pro Woche im Schnitt zwei Kinder an den Folgen von Misshandlungen; die Dunkelziffer dürfte jedoch höher sein, so Fusch.

Die Aus- und Fortbildung von Kinderärzten auf diesem Gebiet habe sich in den vergangenen Jahren deutlich verbessert, sagte der Tagungspräsident in Greifswald. Viele Misshandlungen, wie das Schütteln von Babys, blieben aber unentdeckt. Denn die gesundheitlichen Folgen seien für Kinderärzte oft nicht sichtbar. Nach Angaben von Experten werden in Deutschland bei 4 von 100 000 Konsultationen in Kinderarztpraxen Misshandlungen erkannt.

Nach Ansicht der Ärzte muss das Problem noch breiter in die Öffentlichkeit getragen werden. So sollten sich auch Fernseh-Serien mit dem Thema beschäftigen, um Eltern besser zu sensibilisieren.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Sind Computer bald die besseren Psychotherapeuten?

Immer mehr Online-Psychotherapien drängen auf den Markt. Die meisten sind weder besonders einfühlsam noch allzu intelligent. Dennoch sind die Erfolge erstaunlich. mehr »

Kollege Computer, übernehmen Sie!

Eine computer-basierte Verhaltenstherapie kann Insomnie-Patienten den Schlaf zurückgeben. Der Erfolg ist ähnlich gut wie durch menschliche Therapeuten, bescheinigt ein kalifornischer Professor. mehr »

Kein frisches Geld in Sicht

Die umfassende Studien-reform soll zunächst ohne zusätzliches Geld auskommen. Darauf haben sich Bund und Länder geeinigt, wie aus dem vertraulichen Papier hervorgeht. mehr »