Ärzte Zeitung, 03.04.2013

Psychotherapie

Kassen wollen Wartezeiten verkürzen

BERLIN. Die gesetzlichen Krankenkassen wollen die langen Wartezeiten bei Psychotherapien verkürzen. Das geht aus einem Beschluss des Verwaltungsrates des GKV-Spitzenverbandes hervor, der der "Ärzte Zeitung" vorliegt.

Demnach sollen unter anderem die Genehmigungsverfahren für Psychotherapien deutlich vereinfacht werden. Unter anderem soll dafür die Zahl der bisher angeforderten Gutachten reduziert werden.

Im Gegenzug soll die Dauer der Kurzzeittherapie im Regelfall von 25 auf 15 Stunden gesenkt werden. Außerdem soll das Angebot von Gruppenpsychotherapien unter anderem mit Anreizen bei der Vergütung gefördert werden.

Wartezeit für Erstgespräch beträgt im Schnitt drei Monate

Wartezeiten entstünden jedoch auch deshalb, weil Psychotherapeuten, die über eine volle Zulassung verfügten, nur halbtags arbeiteten, heißt es in dem Papier. Die Kapazität des Angebots werde somit überschätzt.

Die Deutsche Psychotherapeutenvereinigung (Dptv) wies diese Aussage vehement zurück. Tatsächlich arbeiteten Therapeuten durchschnittlich 47 Stunden pro Woche in ihrer Praxis, sagte DPtV-Bundesvorsitzender Dieter Best.

Der Bundespsychotherapeutenkammer zufolge muss ein psychisch kranker Mensch im Schnitt drei Monate auf ein erstes Gespräch mit einem niedergelassenen Psychotherapeuten warten. (sun)

[03.04.2013, 21:17:23]
Dr. Hans-Peter Stotz 
Krankenkassen wollen Psychotherapie verkürzen
Eigentlich müsste die korrekte Überschrift lauten: "Krankenkassen wollen Psychotherapie" verkürzen, denn darauf laufen diese Überlegungen hinaus. Und dabei hat die hier oft zitierte Studie der Techniker Krankenkasse ergeben, dass Psychotherapie hoch wirksam ist und sich wirtschaftlich lohnt. zum Beitrag »
[03.04.2013, 09:16:19]
Walter Schenk 
Kürzere Wartezeit nur mit weniger Therapiestunden
Bei einer durchschnittlichen Behandlungsdauer von 25 Wochen MUSS die durchschnittliche Wartezeit drei Monate betragen; ist dies der Fall, ist die Praxis ausgelastet. Die Kassen wollen mit ihren Vorschlägen also nicht die Wartezeit verkürzen, sondern beim Patienten sparen. Ich als GKV-Versicherten schäme mich für meine "Verwaltungsräte". zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Hypertonie in jungen Jahren erhöht Risiko für den Nachwuchs

Das Alter, in dem sich ein Bluthochdruck manifestiert, beeinflusst nicht nur die persönliche Prognose eines Patienten, sondern wohl auch das Erkrankungsrisiko seiner Kinder. mehr »

Medienanamese künftig Bestandteil der U-Untersuchungen?

Schon bei Babys und Kleinkindern machen sich die Folgen übermäßigen Medienkonsums bemerkbar. Das geht aus der neuen BLIKK-Studie hervor. Pädiater reagieren besorgt. mehr »

Deutsche überschätzen Ebola-Gefahr und unterschätzen Masern

Im Mittelpunkt medialer Berichterstattung stehen meist große globale Bedrohungen wie Ebola und Zika. Doch Experten haben ganz andere übertragbare Erkrankungen im Visier. mehr »