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Phytomedizin setzt auf mehrere Angriffspunkte

MÜNCHEN (wst). Die meisten chronischen Erkrankungen haben komplexe Ursachen. Entsprechend breit ist die Pharmakotherapie, wobei es ideal ist, synergistische Effekte zu nutzen. Bei dieser allgemein akzeptierten "Multi-target-Strategie" haben Phytotherapeutika und besonders Phytokombinationen eine stärkere Stellung als in Zeiten einer "Single-target-Strategie".

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Vor zehn bis 15 Jahren hatten unter den medizinischen Meinungsbildnern jene mit einer monokausalen Sicht der Dinge die Oberhand. Die entscheidende Ursache einer Krankheit müsse identifiziert werden, um sie möglichst komplett mit einem hochpotenten Wirkstoff auszuschalten.

Den Verfechtern dieser Single-target-Strategie galten Phytotherapeutika und besonders Phytokombinationen mit ihrem breiten Fächer eher schwacher Wirkkomponenten als so genannte "dirty drugs" von zweifelhaftem Nutzen. Daran erinnerte Professor Theo Dingermann vom Institut für Pharmazeutische Biologie der Universität Frankfurt auf einer Veranstaltung des Komitees Forschung Naturmedizin e.V. (KFN) in München.

Single-target-Arzneien haben oft starke unerwünschte Effekte

Inzwischen hat sich jedoch die Erkenntnis durchgesetzt, dass den meisten chronischen Krankheiten mehrere interagierende Ursachen zugrunde liegen und dass es bisher auch keine idealen Single-target-Medikamente gibt. Alle hochpotenten Einzelwirkstoffe beeinflussen in effektiver Dosierung bekanntlich nicht nur das anvisierte Ziel, sondern es kommt zum Teil zu erheblichen unerwünschten Wirkungen.

Zunehmend wird deshalb versucht, mit Kombinationen dosisreduzierter Einzelkomponenten dem Ursachenspektrum von Erkrankungen eher gerecht zu werden und so die Nutzen-Risiken-Relation zu verbessern. Beispiele sind etwa antihypertensive Fixkombinationen, mit denen man an verschiedenen Schrauben der Hochdruckpathophysiologie dreht.

Besonders Phytokombinationen könnten als erfahrungsmedizinisch initiierte Präparate verstanden werden, in denen sich sanfte Einzeleffekte nebenwirkungsarm zu einem oft beeindruckenden klinischen Erfolg vereinigten. Auf der sichersten Seite stehe man dabei mit solchen pflanzlichen Präparaten, die ihre Zulassung nicht auf Extraktmonographien anderer Hersteller stützen, sondern einen Wirksamkeitsnachweis in eigenen klinischen Studien erbracht haben, so Dingermann.

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