Direkt zum Inhaltsbereich

Schlechte Schlacht-Hygiene

Immer mehr Darmerkrankungen

Geflügelfleisch ist immer häufiger mit krankmachenden Keimen belastet: Nach einem Medienbericht infizierten sich im vergangenen Jahr 71.000 Menschen mit dem sogenannten Campylobacter-Keim - rund 15.000 mehr als noch 2004.

Veröffentlicht:

BERLIN. Geflügelfleisch ist häufig mit krankmachenden Keimen belastet: Die Zahl der von einem bestimmten Keim verursachten Darmerkrankungen ist laut einem Bericht des "Spiegel" in den vergangenen zehn Jahren deutlich gestiegen.

Demnach infizierten sich im vergangenen Jahr 71.000 Menschen mit dem sogenannten Campylobacter-Keim, der häufig beim Verzehr von Geflügelfleisch übertragen wird. 2004 seien es nur 55.803 gewesen.

Dies geht dem Magazin zufolge aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine schriftliche Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion hervor.

Menge des verunreinigten Fleischs "deutlich erhöht"

Im Gesundheitsministerium hält man demzufolge mangelnde Hygiene in den Schlachthöfen für den Grund der gestiegenen Infektionen.

So habe sich die Menge des verunreinigten Hähnchenfleischs "deutlich erhöht", bei Stichproben im Jahr 2013 sei der Keim auf mehr als der Hälfte aller untersuchten Hähnchen festgestellt worden.

Im Jahr 2011 sei das nur bei 40,9 Prozent der Fall gewesen.

"Alarmierender Zustand"

"Das ist ein alarmierender Zustand. Erreger werden durch eine mangelhafte Schlachthygiene vom Tier auf den Menschen übertragen", zitiert der "Spiegel" den agrarpolitischen Sprecher der Grünen-Fraktion, Friedrich Ostendorff.

Das Gesundheitsministerium sehe das ähnlich: Es sei "zwingend erforderlich", die Hygieneanforderungen in den Betrieben konsequent anzuwenden. (dpa)

Mehr zum Thema

Studie mit Älteren

Hat Abnehmen (k)einen Effekt auf Vorhofflimmern?

Hautärztliche Empfehlungen

Welche Ernährung bei Akne ratsam ist

Dissens in Bezug auf Wirksamkeit

Wem oder wogegen helfen Probiotika?

Das könnte Sie auch interessieren
Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

© Aleksandr | colourbox.de

Fatal verkannt

Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

© polkadot - stock.adobe.com

Vitamin-B12-Mangel

Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
B12-Mangel durch PPI & Metformin

© Pixel-Shot - stock.adobe.com

Achtung Vitamin-Falle

B12-Mangel durch PPI & Metformin

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Glasglobus und Stethoskop, eingebettet in grünes Laub, als Symbol für Umweltgesundheit und ökologisch-medizinisches Bewusstsein

© AspctStyle / Generiert mit KI / stock.adobe.com

Klimawandel und Gesundheitswesen

Klimaschutz und Gesundheit: Herausforderungen und Lösungen

Kooperation | In Kooperation mit: Frankfurter Forum
Ein MRT verbraucht viel Energie, auch die Datenspeicherung ist energieintensiv.

© Marijan Murat / dpa / picture alliance

Klimawandel und Gesundheitswesen

Forderungen nach Verhaltensänderungen und Verhältnisprävention

Kooperation | In Kooperation mit: Frankfurter Forum
Ein Dialogforum von Fachleuten aus Gesellschaft, Gesundheitspolitik und Wissenschaft

© Frankfurter Forum für gesellschafts- und gesundheitspolitische Grundsatzfragen e. V.

Das Frankfurter Forum stellt sich vor

Ein Dialogforum von Fachleuten aus Gesellschaft, Gesundheitspolitik und Wissenschaft

Kooperation | In Kooperation mit: Frankfurter Forum
Kommentare
Dr. Horst Grünwoldt 04.08.201512:01 Uhr

Geflügelfleisch-Hygiene

Wenn die mittels rotierender Messer im Hängen auf der Schlachtstraße getöteten und ausgebluteten 1 kg-Hähnchen oder Suppenhühner anschließend etwa 10 sec durch ein Heißwasser-Bad durchgeführt würden (so wie das bei Schlachtschweinen zum Entborsten der Haut geschieht), dann wird nicht nur das keimbelastete (staubige) Gefieder naß, sondern auch weitgehend bakteriell dekontaminiert. Außerdem lassen sich die ungenießbaren Federn auch noch leichter und vollständig rupfen. (So wie das seit ewigen Zeiten auf dem Bauernhof geschieht). Als letzten Schlacht-Schritt werden die nackten Geflügel-Schlachtkörper -vor dem Ausnehmen- noch "gechillt" (in Eiswasser abgekühlt).
Wenn man -wie in den USA- den von Eingeweide befreiten Hinkel abschließend auch einer unschädlichen Tauch-Badewasser-Desinfektion in 2-3 prozentiger Natrium-Hypochlorit- Lösung (NaOCl) unterziehen würde, dürften kaum noch gesundheitsschädliche oder abioseresistente Bakterien nachweisbar sein. Es sei denn, die humanpathogenen werden wieder durch die schmutzigen Hände oder Gerätschaften des Küchenpersonals in das zerlegte Geflügelfleisch beim Zerlegen hineingetragen.
Der gänzlich unbedenkliche Verzehr findet aber bekanntlich erst nach dem Kochen, Braten oder Grillen -wie bei jedem Fleisch- statt...Deshalb gibt es ja auch kein Geflügel-"Mett"!
Dr. med. vet. Horst Grünwoldt, Rostock

Dr. Wolfgang P. Bayerl 03.08.201523:01 Uhr

bitte immer auch an die Antibiotika-Mast erinnern!

Auf "rohes Fleisch" wie in der tiefen Vergangenheit (tatar etc.) muss man wohl endgültig verzichten.
Und Händewaschen bes. nach Geflügelzubereitung ist ein guter Tipp.
Eine gute Bratpfanne überlebt keines der Biester.

Sonderberichte zum Thema
Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

© Oleh / stock.adobe.com

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Lilly Deutschland GmbH, Bad Homburg v.d.H.
Abb. 2: ADA und nAb unter AVT05 und Referenz-Golimumab bis Woche 16

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Colitis ulcerosa

Das erste Golimumab-Biosimilar erweitert die Therapieoption bei entzündlichen Erkrankungen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Advanz Pharma GmbH, München
Abb. 1: FIB-4 1,3: numerische 26%ige Risikoreduktion der 3-Punkt-MACE durch Semaglutid 2,4mg

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [17]

Kardiovaskuläre, renale und hepatische Komorbiditäten

Therapie der Adipositas – mehr als Gewichtsabnahme

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novo Nordisk Pharma GmbH, Mainz
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Schutzmechanismus entdeckt?

Warum Krebs im Herzen selten vorkommt

Lesetipps
Eine Frau hat einen kleinen Ventilator in der Hand.

© Marcus Brandt/dpa

Auf einen Blick

Unsere Beiträge zum Thema Hitze in der Übersicht

Darstellung einer Lunge: Farbige 3D-Computertomographie (CT) in axialer Ebene bei interstitieller Lungenerkrankung (ILD).

© K.H. Fung / Science Photo Library

Warnzeichen trockener Reizhusten

Wenn bei Rheuma die Lunge knistert

Eine bleibende Diskussion: Betablocker nach Herzinfarkt.

© Jakub Krechowicz / Stock.adobe.com

Pro & Contra

Betablocker nach Herzinfarkt – Standard oder Einzelfallentscheidung?