Direkt zum Inhaltsbereich

Humangenomprojekt ist ein doppelter Erfolg

BERLIN (gvg). Zum Abschluß des Deutschen Humangenomprojekts (DHGP) haben Wissenschaftler die Erfolge gewürdigt und auf die wirtschaftliche Bedeutung der Genforschung hingewiesen. Zugleich warnten sie davor, daß Deutschland die internationale Führungsposition, die es sich erarbeitet habe, wieder verlieren könne.

Veröffentlicht:

Der DHGP-Nachfolger "Nationales Genomforschungsnetz" erhält in den nächsten drei Jahren 135 Millionen Euro. Doch die Finanzierung dieser Forschung müsse hier um den Faktor zehn erhöht werden, um auch künftig international konkurrenzfähig zu bleiben, so die vier wissenschaftlichen Koordinatoren des DHGP auf einer Veranstaltung in Berlin.

Zwischen 1995 und 2004 wurde das DHGP mit knapp 200 Millionen Euro gefördert. "Trotz dieses im internationalen Vergleich moderaten Einsatzes öffentlicher Mittel war der wissenschaftliche Output aus dem DHGP sehr hoch", findet Professor Martin Hrabé de Angelis vom Helmholtz-Forschungszentrum in München.

Aus dem DHGP seien über 750 wissenschaftliche Veröffentlichungen hervorgegangen, 63 davon in den zehn führenden biomedizinischen Journalen. Es sei außerdem gelungen, namhafte Genetiker nach Deutschland zu holen und deutsche Forscher zu einer Rückkehr in die Heimat zu bewegen.

Aus dem DHGP heraus erfolgten über 40 Patentanmeldungen und 14 Unternehmensgründungen. Kommerzielle Verwertbarkeit darf aber nicht das einzige Kriterium für die Vergabe öffentlicher Mittel sein, wie Hrabé de Angelis betonte. Derzeit bestehe die Gefahr, daß einige international sehr beachtete Projekte nicht weitergeführt werden könnten, weil sie für die Deutsche Forschungsgemeinschaft zu groß und für das Nationale Genomforschungsnetz nicht anwendungsnah genug seien.

Langfristig sei das ein Fehler, weil von den in der Grundlagenforschung entwickelten Methoden indirekt auch die Anwender profitierten. Dr. Helmut Blöcker vom Deutschen Biotechnologie-Forschungszentrum in Braunschweig. "Wir sollten die Wasserleitungen, die wir verlegt haben, jetzt auch nutzen und nicht freiwillig auf das kühle Naß verzichten."

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Kein Anlaß, kleinlaut zu sein

Schlagworte:
Das könnte Sie auch interessieren
50 Jahre Jung-Preis

© Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung

50 Jahre Jung-Preis

Freiheit als Voraussetzung für medizinischen Fortschritt

Anzeige | Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Langfristig überlegen: Kombinationen mit Daratumumab in der Erstlinie

© LASZLO / stock.adobe.com

Neu diagnostiziertes Multiples Myelom

Langfristig überlegen: Kombinationen mit Daratumumab in der Erstlinie

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Janssen-Cilag GmbH, a Johnson & Johnson company, Neuss
Abb. 1: Studien CLIMB THAL-111 und -131: Veränderung des Gesamt-Hb-Werts und des HbF-Werts nach Exa-cel-Infusion bei TDT-Patientinnen und -Patienten (Quelle: Locatelli F et al., European Society for Blood and Marrow Transplantation (EBMT) 2026, Madrid, Spanien, Abstract GS2-5)

© Springer Medizin Verlag

Neue Perspektiven bei Hämoglobinopathien

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Vertex Pharmaceuticals (Germany) GmbH, München
Abb.  1: Indikationsübergreifendens Therapie-Monitoring in den ersten Behandlungszyklen mit Ribociclib beim HR+/HER2- Brustkrebs

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [1]

Früher und metastasierter HR+/HER2- Brustkrebs

Einfach und konsistent: indikationsübergreifendes Therapie-Management mit Ribociclib

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novartis Pharma GmbH, Nürnberg
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Neue Therapien

Gleich mehrere Durchbrüche bei seltenen Erkrankungen

Lesetipps
Ein Hautarzt untersucht die Haut mit einem Dermatoskop auf Melanom.

© Iryna&Maya / stock.adobe.com

Vergleich mit anderen Ländern

Hautkrebs-Screening in Deutschland laut Studie ohne klaren Nutzen

Eine ältere Person hält drei Blisterstreifen mit Tabletten zwischen beiden Händen.

© wernerimages / stock.adobe.com

GeriPAIN-Leitlinie

Welche Schmerztherapien eignen sich für geriatrische Patienten?