Ärzte Zeitung, 06.07.2004

Patentamt berät Einsprüche gegen Krebsmaus-Patent

Behörde verhandelt über erstes Patent auf ein Säugetier

MÜNCHEN (dpa). Das Europäische Patentamt (EPA) hat gestern mit einer Anhörung zu dem Patent auf die sogenannte Krebsmaus begonnen.

Die Beschwerdekammer des EPA will bis Freitag endgültig über die Einsprüche der Patent-Kritiker entscheiden. Insgesamt 17 Einsprüche sind gegen das Patent eingereicht worden, das 1992 der US-Universität Harvard erteilt worden war.

In erster Instanz waren die Einsprüche von Tierschützern und kirchlichen Kritikern bereits 2001 zurückgewiesen worden.

Zu Forschungszwecken wird die Krebs-Maus durch gentechnische Veränderung besonders krebsanfällig gemacht.

Es handelt sich dabei um das erste europäische Patent, das auf ein transgenes Tier erteilt worden ist. Greenpeace appellierte an den Bundestag, die EU-Biopatent-Richtlinie, die seit März beraten wird, nicht in deutsches Recht umzusetzen.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Werden europäische Männer immer unfruchtbarer?

Männern haben immer weniger Spermien. Direkte Rückschlüsse auf Fruchtbarkeit erlaubt das nicht – es könnte aber nur die Spitze eines Eisbergs gesundheitlicher Probleme sein. mehr »

Psychotherapie soll künftig Unifach werden

Ein einheitliches Berufsbild, Studium an der Uni. Die Psychotherapeutenausbildung steht vor umwälzenden Veränderungen. Kritiker vermissen beim Entwurf aber Konkretes zum Thema Weiterbildung. mehr »

Ist die menschliche Entwicklung am Ende?

Über Hunderttausende von Jahren ist der Mensch zu dem geworden, was er heute ist. Und nun? Ein Grimme-Preisträger fragt sich, ob Unsterblichkeit erstrebenswert ist und wohin uns die Evolution führen wird - oder kann der Mensch sie austricksen? mehr »