Ärzte Zeitung, 25.08.2004

Massen-Gentest weckt Ruf nach neuem Gesetz

BERLIN (hak). Angesichts der ersten Gentest-Reihenuntersuchung an mehreren Tausend Versicherten in Deutschland hat der Vorsitzende der Enquete-Kommission "Ethik und Recht der modernen Medizin" René Röspel (SPD) die Bundesregierung aufgefordert, noch im Herbst Eckpunkte für ein Gentestgesetz vorzulegen.

"Die Diagnostik ist ein galoppierendes Pferd, die Therapie aber eine lahme Schnecke", sagte Röspel der "Ärzte Zeitung". Problematisch seien Tests auf Erbkrankheiten, bei denen es keine Therapie gibt.

Röspel reagierte damit auf einen jetzt abgeschlossenen Modellversuch der KKH, bei dem 4000 Versicherte auf die Eisenspeicherkrankheit (Hämochromatose) untersucht worden waren. Im Gegensatz zur Mehrzahl der durch Gentests diagnostizierbaren Erkrankungen gibt es gegen Hämochromatose wirksame Präventionsmöglichkeiten. KKH-Chef Ingo Kailuweit forderte, Gentests auf diese Fälle zu beschränken. "Gentests dürfen Betroffene nicht diskriminieren." Die KKH-Studie soll auf der Medica vorgestellt werden.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Personal-Notstand auf deutschen Intensivstationen

Auf deutschen Intensivstationen fehlen mehr als 3000 Spezialpflegekräfte. Die Krankenhäuser wollen reagieren. Das Personal denkt über einen Großstreik nach. mehr »

HIV-Impfung generiert Immunantwort

Eine Impfung gegen HIV ist in frühen klinischen Studien. Erste Ergebnisse sind positiv. mehr »

Warum die Putzhilfe glücklich macht

Putzen, Wäsche waschen, Kochen: Viele Menschen empfinden all das als nervige Pflichten. Wer Geld hat, kann andere für sich arbeiten lassen - und fühlt sich dann zufriedener. Das haben Forscher herausgefunden. mehr »