Ärzte Zeitung, 24.08.2005

Haben US-Forscher einen Ersatz fürs Klonen gefunden?

Entwicklungsuhr durch Zellverschmelzung zurückgedreht

CAMBRIDGE (ple). Läßt sich das Klonen zur Gewinnung von embryonalen Stammzellen für die Therapie umgehen? US-Forscher glauben, einen Weg dahin durch Zellverschmelzung gefunden zu haben.

Den Forschern um Dr. Kevin Eggan vom Harvard Stem Cell Institute in Cambridge in Massachusetts ist es nämlich gelungen, Hautfibroblasten mit embryonalen Stammzellen zu verschmelzen und so das Genom der differenzierten Hautzellen zu reprogrammieren: Jede einzelne Hautzelle erlangte dadurch das vollständige Entwicklungspotential einer embryonalen Stammzelle (Science 309, 2005, 1369).

Durch das Verschmelzen jeweils eines Fibroblasten mit einer embryonalen Stammzelle entstand eine Zelle mit einem zweifachen Chromosomensatz. Nach Angaben der Forscher haben sie belegt, daß in der Hautzelle abgeschaltete embryonale Gene wieder angeschaltet worden sind.

Dadurch erhielten die Zellen die Fähigkeit, sich in frühe Stadien embryonalen Gewebes zu entwickeln. Die Reprogrammierung gelang den Forschern zufolge auch mit anderen Ausgangszellen, etwa mit Knochenzellen aus dem Beckenkamm und embryonalen Stammzellen einer anderen Zell-Linie.

Um reprogrammierte Körperzellen eines Tages für die individuelle Therapie nutzen zu können, muß zuvor das Erbgut der embryonalen Stammzelle entfernt werden.

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