Ärzte Zeitung, 30.08.2005

KOMMENTAR

Hühnereier für die Medizin

Von Peter Leiner

Riesige Hallen, in denen Hühner Eier für die Medizin legen - so könnten künftig manche pharmazeutischen Produktionsstätten aussehen, wenn der Erfolg der ersten Versuche zur Herstellung von Antikörpern mit Hilfe von genetisch veränderten Hühnern bestätigt und ausgebaut werden kann.

Tatsächlich sind die ersten Versuche ermutigend: Im wesentlichen unterscheiden sich so hergestellte Antikörper nicht von solchen, die mit Hilfe der herkömmlichen Methoden produziert werden. Und da, wo es Unterschiede gibt, verbessern sie den therapeutischen Nutzen, etwa durch die erhöhte Zytotoxizität bei der Krebsbehandlung.

Weil sich die Antikörper in einer sterilen Umgebung ansammeln, sind Eier als Brutstätte für therapeutisch nutzbare Immunglobuline der ideale Ausgangspunkt für die kommerzielle Herstellung entsprechender Medikamente.

Im Vergleich zu transgenen Pflanzen oder Ziegen als Antikörper-Quelle dauert es zudem mit nur acht Monaten viel kürzer von der Erzeugung genetisch veränderter Stammzellen bis zu Hühnern, die Antikörper-haltige Eier legen. Bleibt nur noch zu prüfen, ob es sogar eines Tages zur Impfung ausreicht, ein paar rohe Eier zu verspeisen.

Lesen Sie dazu auch:
Monoklonale Antikörper in Eiern produziert

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Zahl der Behandlungsfehler stagniert

"Fehler passieren, auch in der Medizin. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass Patienten durch einen Behandlungsfehler zu Schaden kommen, ist extrem gering." So lautete das Fazit von Dr. Andreas Crusius bei der Vorstellung der Behandlungsfehlerstatistik. mehr »

Naturvolk mit erstaunlich gesunden Gefäßen

In einer geradezu heroischen Studie haben US-Forscher Eingeborene der Amazonas-Region zur Calcium-Score-Messung in einen CT-Scanner geschoben. Noch nie wurde ein Volk mit so gesunden Arterien beschrieben. mehr »

Dann ist ein Hausbesuch abrechenbar

Die vollständige und vor allem korrekte Abrechnung der so genannten Leichenschau stellt Ärzte immer wieder vor Probleme. Beispielsweise stellt sich die Frage nach der eigenständigen Berechnung des Hausbesuchs. mehr »